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National

BVB-Spieler bei MV: Zwischen Aufmunterung und Pfeifkonzert

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 27. November 2017
Quelle: imago

Bei der Mitgliederversammlung des BVB waren 1066 Mitglieder anwesend. Beim Auftritt der Mannschaften wurden sie von großen Teilen des Raumes ausgepfiffen, andere antworteten mit Applaus. 

Nach dem ereignisreichen Derby befindet sich der BVB weiterhin in einer sportlich schwierigen Situation und die Fans wussten nicht so recht damit umzugehen. Einige fordern gerade jetzt Unterstützung für die Mannschaft, viele machten ihrem Ärger jedoch mit lautstarken Pfiffen Luft. Pfiffe gab es auch gegen den Trainer Peter Bosz. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gab ihm vorerst Rückendeckung, knüpfte diese jedoch an eine Bedingung. „Ich erwarte in dieser Woche von dir, lieber Peter Bosz, dass Du mit deinem Team, in dieser Woche alles auf den Prüfstand stellst und alles genau aufarbeitest“, erklärte Watzke.

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Des Weiteren rechtfertigt der Geschäftsführer die generelle Trainerentscheidung von Borussia Dortmund und die Entlassung von Tuchel; Watzke wörtlich: „Es war keine persönliche Sache zwischen Thomas Tuchel und mir, sondern eine unerlässliche Sache nach einer Aussprache mit allen Gremien.“ Fehler gesteht er sich hingegen bei Sven Mislintat ein. Der Chefscout soll vom ehemaligen Cheftrainer ein Betretungsverbot des Trainingsgeländes erhalten haben, was ihn zum Wechsel bewogen hat. Hier hätte der Verein etwas unternehmen müssen, so Watzke.

Kurz erwähnt wurde auf der Mitgliederversammlung der deutschlandweite Konflikt zwischen Fußballfans und DFB, wobei sich Watzke vor die Fans stellte: „Ich bin sehr froh, dass unsere Ultras an den Gesprächen mit dem DFB teilnehmen. Ich hatte vor ein paar Wochen ein sehr ehrliches Gespräch mit unseren drei Ultragruppen. Wir haben einige Punkte, die wir anders sehen, aber auch Dinge, in denen wir gleich denken. Es ist sehr wichtig und sehr gut, dass wir diesen Dialog weiterführen.“

Nach dem Auftritt von Watzke, der immer wieder kleine Spitzen gegen Schalke 04 schoss und seine Rede mit den Worten „Nur der BVB!“ beendete, waren die Fans etwas beschwichtigt, die Kritker verstummten jedoch nicht vollends. So gab es einen Redebeitrag von einem Mitglied, der einen neuen Trainer erwartet hatte und sich schwer enttäuscht zeigte. Diskutiert wurde am Schluss über einen möglichen Neubau des Amateurstadions, da die Stadt das aktuelle Stadion weiterhin als Leichtathletikstadion benötigt. Außerdem wurde gestern der Vorstand entlastet und Wahlen zum stellvertretenden Präsidenten, Schatzmeister und Kassenprüfer abgehandelt.