Anzeige

National

BVB-Fans wollen Schalkern „die Hand reichen“

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 23. April 2015
Quelle: imago

Dass Schalker und Dortmunder dem anderen gemeinhin nicht einmal die Butter auf dem Brot gönnen, ist kein Geheimnis. Dass diese gegenseitige Abneigung zuweilen auch in Hass und gewalttätigen Auseinandersetzungen mündet, auch nicht. Um sich dem entgegenzustellen, hat ein Dortmunder Fanclub nun einen außergewöhnlichen Brief an die Fans des FC Schalke 04 verfasst. 

Darin betonen die „BVB-Freunde Deutschland“, dass es bei aller Rivalität eine Menge Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Klubs gebe: „Beiden Fanlagern springt der Ekel ins Gesicht, wenn der FC Bayern zu Gast ist, wir kämpften gemeinsam gegen das Sicherheitspapier der DFL, kämpfen gemeinsam für moderate Preise auf den Stehplätzen, finden die Ideale wie Tradition und Vereinswesen wertvoll und schützenswert und verabscheuen Systeme wie sie in Hoffenheim und Leipzig gelebt werden.“

„Was bisher aber noch nicht so gut klappt, ist der gegenseitige Respekt“, heißt es weiter. „Wir wollen jetzt auch nicht bewirken, dass wir die besten Freunde werden, aber die Idee respektvoll aufeinander zu treffen, gemeinsam für traditionelle Werte zu kämpfen und dem immer weiter steigenden Kommerz Einhalt zu gebieten kann doch so keine schlechte Idee sein oder?“

„Gewalt jeglicher Form sollte man im gemeinsamen Tenor ablehnen.“

Anzeige

Dortmunder und Schalker also jetzt auf Kuschelkurs unterwegs? Ganz soweit wollen die BVB-Freunde dann doch nicht gehen: „Jeder von uns feiert einen Derbysieg wie eine Meisterschaft und ergötzt sich an den Bildern der weinenden Fans beider Lager. Diese Eigenschaften bringt das Revierderby mit sich und sollte auf jeden Fall nach traditioneller Art fortgeführt werden“, heißt es in dem Schreiben. „Gewalt jeglicher Form sollte man aber im gemeinsamen Tenor ablehnen und geschlossen zeigen, dass so etwas nicht geht.“

Dass die BVB-Fans mit ihrem Schreiben bei manchem Fan wohl auch auf wenig Gegenliebe stoßen, ist ihnen bewusst: „Wir wissen, das wir uns hiermit weit aus dem Fenster lehnen und wahrscheinlich wieder von ein paar Borussen und Schalkern beleidigt und bedroht werden, aber wir möchten euch Schalkern an dieser Stelle einfach mal die Hand reichen und die Hoffnung übermitteln, auch mal etwas gemeinsam zu gestalten.“

Auf wie viel Resonanz der Brief bei den Adressaten stößt, bleibt abzuwarten. Die Kommentare auf der Fanclub-Homepage jedenfalls sind überwiegend positiv.