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National

BVB-Fans rufen Boykott des Hoffenheim-Spiels aus

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 10. August 2015
Quelle: imago

Borussia Dortmund und die TSG Hoffenheim, innige Liebe verband die beiden nie. Nach diversen Scharmützeln fühlen sich die BVB-Fans nun sogar regelrecht diskriminiert von den Kraichgauern. Ursächlich dafür sind die Eintrittspreise für das Hoffenheimer Heimspiel gegen Dortmund am 23. September. 55 Euro für den günstigsten Sitzplatz hat die Aktion „Kein Zwanni“ dazu veranlasst haben, einen Boykott der Begegnung auszurufen.

Wer nicht zu den Glücklichen zählt, die ein Stehplatzticket ergattern konnten, würde im günstigsten Fall mit 55 Euro zur Kasse gebeten. So weit, so schlecht. Richtig sauer stößt den Dortmundern aber auf, dass diese Preisstruktur nur für Schwarz-Gelbe und Bayern-Anhänger gilt. Ist etwa der FC Schalke 04 zu Gast, kostet ein Sitzplatz in der nächsthöheren Kategorie satte 20 Euro weniger. Anhänger des benachbarten FSV Mainz 05 zahlen nur 26 Euro für denselben Platz, der beim BVB-Spiel 55 Euro kostet.

Die Fanaktion „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ findet nur eine passende Antwort auf diese Preise und ruft alle BVB-Anhänger dazu auf, das Spiel ins Sinsheim zu boykottieren: „Kauft keine Karten für unser Spiel in Hoffenheim und zeigt den Sinsheimern, wohin sie sich Ticketpreise stecken können! Ja, wir alle wollen unsere Borussia unterstützen und ja, die Mannschaft braucht uns. Aber das wird auch in fünf oder zehn Jahren nicht anders sein. Wer dann noch unseren BVB supporten möchte, muss jetzt dafür kämpfen, dass sich derartig abartige Preise nicht als „marktüblich“ etablieren können. Wenn wir nicht kurzfristig Flagge zeigen, werden wir das langfristig nie wieder tun können.“

Neben dem Boykott plant das Fanbündnis öffentlichkeitswirksame Protestaktionen am Spieltag. Details sollen folgen.

Nachfolgend das Schreiben des Fanbündnisses „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar bleiben“ im Wortlaut:

Hallo BVB-Fans,

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wie die anwesenden Fanclubs auf der Fandelegierten-Tagung schon erfahren haben, gibt es leider mal wieder dringenden Handlungsbedarf in Bezug auf „Kein Zwanni“.

Konnten wir bei der Entwicklung der Dauerkartenpreise zuletzt den erfreulichen Trend feststellen, dass sie bei den Erstligisten zum allergrößten Teil stabil geblieben oder nur leicht gestiegen sind, bleiben Topspielzuschläge eine Dauerbaustelle.

Den Erfolg unserer Borussia in den letzten Jahren haben wir alle nicht zuletzt auch in unseren Portemonnaies zu spüren bekommen, weil viele Heimvereine mit der großen Anzahl reiselustiger BVB-Fans Kasse machen wollen. Und trotzdem machen uns die Preise, die die TSG Hoffenheim aufruft, sprachlos. Der günstigste Gästesitzplatz soll 55,00 € kosten! Dieser Preis für die Kategorie A fällt für uns und für den FC Bayern München an. Für den gleichen Platz zahlen beispielsweise Fans des FSV Mainz nur 26,00 €. Selbst unsere Nachbarn aus Gelsenkirchen, die in der Abschlusstabelle der letzten Saison leider einen Platz vor uns standen und ebenfalls einen ordentlichen Auswärtsmob auf die Straßen bringen, zahlen in Kategorie B satte 20,00 € weniger. Das ist eine Preisstruktur, die durch nichts zu rechtfertigen ist. Wir sollen deswegen also deutlich mehr zahlen, weil unsere Trikots die falsche Farbe haben.

Dazu kommen seitens des BVB noch die üblichen 10 % Vorverkaufsgebühr und je nach Bedarf Portokosten. Unter dem Strich wird jeder, der keinen Stehplatz ergattern kann, also mit mehr als 60,00 € zur Kasse gebeten. Für ein ganz normales Bundesligaspiel am sechsten Spieltag. Mal zur Einordnung: Für nur 10,00 € mehr hätte man eine Karte der günstigsten Kategorie für das letzte Champions League-Finale in Berlin erstehen können.

Auch aus dem Feedback der Fanclubs konnten wir schließen, dass ein Boykott des Spieles alternativlos ist. Kauft keine Karten für unser Spiel in Hoffenheim und zeigt den Sinsheimern, wohin sie sich Ticketpreise stecken können! Ja, wir alle wollen unsere Borussia unterstützen und ja, die Mannschaft braucht uns. Aber das wird auch in fünf oder zehn Jahren nicht anders sein. Wer dann noch unseren BVB supporten möchte, muss jetzt dafür kämpfen, dass sich derartig abartige Preise nicht als „marktüblich“ etablieren können. Wenn wir nicht kurzfristig Flagge zeigen, werden wir das langfristig nie wieder tun können.

Wir als BVB-Familie müssen zusammenhalten. Informiert Eure Freunde, Eure Fanclubs und alle sonstigen Auswärtsfahrer und helft mit, dass der Boykott ein Erfolg wird. Versucht auch diejenigen zu erreichen, die vielleicht in der Nähe wohnen und nicht Teil der Szene sind.

Natürlich wollen wir nicht einfach nur dem Spiel fern bleiben, überlegen aktuell aber noch, wo und in welcher Form wir stattdessen lautstark gegen diese Preispolitik protestieren wollen. Wir halten Euch hierzu über die bekannten Kanäle auf dem Laufenden.

Wir halten fest und treu zusammen!