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National

Buttersäure-Angriff auf den Gästeblock?

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 22. September 2014

Fans von Union Berlin zeigten mit einer gelungenen Aktion ihren Unmut gegenüber RB Leipzig. Die Alte Försterei trug beim gestrigen Spiel von Union gegen Leipzig in den ersten 15 Minuten der Partie schwarz und schwieg.

Kaum war das Spiel in der Alten Försterei angepfiffen, hätte man eine Stecknadel fallen hören können. Bis auf vereinzelte Zwischenrufe aus dem Gästeblock hüllte sich das Stadion für eine Viertelstunde in gemeinschaftliches Schweigen.

Am gestrigen Sonntag wurde die vom WuhleSyndikat angekündigte Aktion beim Spiel gegen RB Leipzig in beachtlicher Form durchgeführt. Ein totenstilles Stadion, wie es den meisten Fans nur von „12:12 Ohne Stimme – keine Stimmung“ bekannt sein dürfte. Zudem die schwarz gekleideten Fans der Berliner. Die Umgebung hat in diesen ersten Minuten der Partie mehr an eine Beerdigung als an ein Fußballspiel erinnert. Eine Beerdigung der Fankultur – genau so wie es augenscheinlich geplant war.

Für viele Fans symbolisiert RB die Kommerzialisierung des Fußballs in seiner reinsten Form. Für alle Stadionbesucher, denen das Produkt des Brauseherstellers noch kein Begriff war, konnte ein im Stadion verteilter Flyer Abhilfe schaffen. RB Leipzig sei ein Symbol für „ein emporgehobenes Marketing-Produkt“, heißt es darauf.

Für die Aktion wurden 20.000 schwarze Müllsäcke, die kurzerhand zu Regenponchos umfunktioniert wurden, verteilt. „In Leipzig stirbt die Fußballkultur“, stand auf einem Plakat. „Fußball braucht Mitbestimmung, Treue, Stehplätze, Emotionen, Ehrenamt, Financial Fairplay, Tradition, Transparenz, Leidenschaft, Geschichten, Unabhängigkeit“, war auf einem anderen Transparent zu lesen. Nach 15 Minuten der Stille wurde es dann aber richtig laut. Es regnete Konfetti und die Union-Fans zeigten wie Fankultur sein sollte: Bunt, leidenschaftlich und frei.

Nach der Aktion der Fans hätten sich die Spieler von Union keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können, um dem 1. FC Union den ersten Saisonsieg und RB die erste Saisonniederlage zu bescheren.

Union-Präsident solidarisiert sich mit dem Protest

„Erst war das Produkt da und später wurde Fußball aus vertrieblichen Gründen dazu gekauft. Und zwar ohne jeglichen territorialen Zusammenhang, wie in Leverkusen, Wolfsburg oder Ingolstadt“, sagte Union-Präsident Dirk Zingler, die Proteste der Fans unterstützt, vor dem Anpfiff.

Gegenüber der Berliner Morgenpost gab er in der vergangenen Woche bereits Folgendes bekannt: „Fußball ist für mich mehr als das Erzielen von Erfolg durch maximalen Kapitaleinsatz. Sich zu einem Verein zu bekennen, hat etwas mit Herkunft, gemeinsam erlebter Geschichte, auch über Generationen hinweg, zu tun. Und die Begeisterung der Menschen für Fußball in den letzten Jahrzehnten ist insbesondere durch fairen Wettbewerb entstanden. Der Kleine konnte auch mal den Großen schlagen. Dieser Wettbewerb ist durch den immer stärken Kapitaleinsatz im Fußball gefährdet. Und wenn Fußball sogar vorrangig als Marketingeinheit für eine Produktmarke benutzt wird, dann kann ich die Sorgen vieler Fußballfans gut verstehen.“

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Buttersäure-Angriff auf den Gästeblock?

Nach neuesten Informationen aus den sozialen Netzwerken sollen die Fans von RB Leipzig in der Halbzeitpause starkem Gestank ausgesetzt worden sein. Aktuell gibt es keine Bestätigung, aber es wird mehrfach behauptet, dass Buttersäure in den Gästeblock geworfen worden sei.

 

 

st