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National

Bundesweites Stadionverbot nicht rechtskräftig

Autor: Kim Heeß Veröffentlicht: 20. November 2014
Quelle: imago

Ein Nürnberger Fan hat vor dem Amtsgericht München die Aufhebung seines nationalen Stadionverbots erkämpft. Das Gericht befand die Beweislage als ungenügend.

Im April 2013 kam es auf dem Weg zum Bundesligaspiel gegen den FC Bayern München zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Fans vom 1.FC Nürnberg und der Polizei. Die Beamten konnten die Fanlager auseinander halten, wurden jedoch von Nürnberger Anhängern angegriffen. Es wurden Äste und andere Gegenstände als Schlagwerkzeuge gegen die Polizeibeamten eingesetzt und gezielt Steine und Flaschen gegen die Polizeibeamten geworfen. Hierbei wurden mehrere Beamte zum Teil erheblich verletzt.

Einer dieser vermeintlichen Angreifer soll ein 30 Jahre alter Nürnberg-Fan gewesen sein, der daraufhin vom FC Bayern München ein bundesweites Stadionverbot bis 2016 ausgesprochen bekam. Zu Unrecht, befand der Club-Anhänger und klagte gegen die Strafe des Vereins.

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„Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass das von dem Verein ausgesprochene Stadionverbot nicht rechtmäßig ist. Es lasse sich – auch nach den polizeilichen Ermittlungen – nicht feststellen, dass der Kläger die ihm vorgeworfenen Gewalttaten begangen hat“, entschied nun das Amtsgerichts München.  Der Kläger sei zwar durch aggressives Verhalten aufgefallen, weil er auf einen Polizeibeamten zu gerannt und mehrmals in die Luft gesprungen sei, wobei er die Fäuste geballt und geschrien habe. Dieses Verhalten begründe noch nicht einen Anfangsverdacht für einen Landfriedensbruch und ebenso wenig den Tatbestand einer anderen in § 4 Absatz 3 der Richtlinien des Deutschen Fußball Bundes genannten Straftat.

Infolgedessen wurde das Stadionverbot aufgehoben. Außerdem stellte das Gericht fest, dass:“ein auffälliges Verhalten für die Verhängung eines bundesweiten Stadionverbotes jedenfalls dann nicht ausreicht, wenn dieses Verhalten nur als Argument für eine nicht näher definierte Gefährlichkeit verwendet werden kann.“

kh