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National

Bundesgerichtshof verhandelt über „Hooligans Elbflorenz“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 12. November 2014
Quelle: Imago

Der Bundesgerichtshof beschäftigt sich ab dem kommenden Donnerstag in einer Berufungsverhandlung mit dem Fall von fünf Dresdner Hooligans, die der berüchtigten Gruppe „Hooligans Elbflorenz“ angehört haben sollen. Vom Dresdner Landgericht sind die Männer im April 2013 wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung in Tateinheit mit Landfriedensbruch und/oder gefährlicher Körperverletzung bereits schuldig gesprochen worden. Ein Angeklagter wurde  zu einer Geldstrafe von 3.000 verurteilt, die anderen zu Freiheitsstrafen zwischen zwei und vier Jahren.

Neben verschiedenen „Drittortauseinandersetzungen“ im Rahmen von Fußballspielen wurde den Männern zur Last gelegt, dass sie nach dem Halbfinale der Europameisterschaft am 25. Juni 2008 zwischen Deutschland und der Türkei in der Dresdner Neustadt als Teil einer Gruppe von etwa 80 Personen Überfälle auf verschiedene türkische Dönerläden verübt haben sollen. Ferner wertete das Landgericht Dresden die Organisation unter dem Label der „Hooligans Elbflorenz“ als Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Die Gruppe soll rege Kontakte etwa zu der verbotenen Kameradschaft Sächsische Schweiz gepflegt haben. Die Staatsanwaltschaft berichtete schon am Rande der ersten Verhandlung davon, dass die Gruppe immer wieder gezielt Polizisten angegriffen und sich sogar zu Schießübungen im Wald getroffen habe. Indizien, die schließlich dazu beitrugen, die Gruppe als kriminelle Vereinigung zu bewerten.

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Die Angeklagten führten in ersten Instanz an, dass die Auseinandersetzungen mit rivalisierenden Hooligan-Gruppen auf gegenseitigem Einverständnis beruhten. Das Landgericht hat die in der Verabredung liegende Einwilligung der Teilnehmer wegen der „Sittenwidrigkeit der Tat“ allerdings nicht als rechtfertigend angesehen.

„Hooligans Elbflorenz“ nur ein Schreckgespenst?

In einem Interview mit dem Autor Veit Pätzug bestritten Mitglieder der Gruppe allerdings, dass die „Hooligans Elbflorenz“ unter diesem Namen tatsächlich „offiziell“ firmiert hätten. Dies gilt es nun allerdings den Richtern in Karlsruhe glaubhaft zu machen – und vor allem die weiteren Anklagepunkte zu entkräften. Zumindest die rechtsextreme Gesinnung der Angeklagten bestreitet ihr Anwalt. Einen Termin für den Urteilsspruch des BGH gibt es noch nicht.