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National

Bremen will DFL zahlen lassen

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 22. Juli 2014
Quelle: imago

Bremen, Heimat des SV Werder, aber auch Hansestadt und Bundesland, möchte künftig die DFL für Polizei-Einsätze bei Fußballspielen zur Kasse bitten. Ein entsprechender Vorschlag zur Gesetzesänderungung soll heute vom Senat beschlossen werden.

Formal betrifft die Regelung alle Großveranstaltungen mit mehr als 3000 Zuschauern. Eigentlich geht es aber um Fußballspiele, weswegen man nur Veranstaltungen, bei denen mit „Gewalt und Straftaten“ zu rechnen ist, ins Auge fasst. In Zukunft soll also die DFL bezahlen, wenn es im Rahmen des Nordderbys zu Polizei-Einsätzen kommen soll.

Die geplante Regelung wird seit Wochen hochgradig kritisch gesehen. Die DFL für Einsätze der Polizei zu belangen, sei „mit unserem Staatsverständnis nicht zu vereinbaren“, so hieß es in einem Brief, unterzeichnet von Alfons Hörmann (DOSB), Wolfgang Niersbach (DFB) und DFL-Präsident Reinhard Rauball. Mit einer Klage gegen die Änderung ist zu rechnen. Auch Klaus-Dieter Fischer, Präsident von Werder Bremen, kritisierte den Entwurf scharf. Innenminister Thomas de Maizière erteilte der „Bremer Idee“ ebenfalls eine klare Absage.

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Sollte der Senat die Regelung beschließen, muss noch die Bremer Bürgerschaft zustimmen. Eine Änderung bereits zur kommenden Saison wäre sogar möglich, ist bei dem zu erwartenden Widerstand aber wenig wahrscheinlich.

moG