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National

Block U bleibt Derbys in Halle fern

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 21. März 2017
Quelle: imago

Vor den Auswärtsderbys in Liga und Landespokal beim Halleschen FC ruft der Block U die Fans des 1. FC Magdeburg auf, den beiden Duellen fernzubleiben. Neuigkeiten gibt es zudem bezüglich der Ermittlungen zum Tod des FCM-Fans Hannes.

Wie die Volksstimme berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Magdeburg die Ermittlungen eingestellt. Demnach sei der FCM-Fan ohne Fremdeinwirkung aus dem Zug gestürzt.

Nach dem tragischen Tod von Hannes hatte die Fanszene des Halleschen FC auf einen Besuch des Derbys in Magdeburg im vergangenen November verzichtet. Im Gegenzug ruft nun auch der Block U alle FCM-Fans dazu auf, den anstehenden Begegnungen in Halle fernzubleiben.

„Wir wollen keine ewige Trauer. Trauer kann irgendwann überwunden werden. Aber wir müssen öfter als zuvor innehalten, uns fragen wo wir stehen, was wir wollen und dann, wenn es erforderlich ist, einen Schritt zurücktreten“, heißt es von den Ultras.

Sollten sich „Personen und Fanclubs, die sich zu Block U zählen und sich mit diesem identifizieren wollen“, nicht an den Aufruf halten, seien „drastische Konsequenzen für das Projekt Block U unvermeidbar“, so der Block U weiter. Zudem behalten sich die Ultras vor, auch weitere Spiele in Halle erst einmal nicht zu besuchen.

So begründet der Block U den Verzicht auf den Besuch der Derbys in Halle:

• im Herbst 2016 trafen sich Vertreter der aktiven Fanszenen aus Magdeburg und Halle, und haben vereinbart, auf ihre jeweilige Fanszene einzuwirken und einen Besuch der Auswärtsspiele in großer Zahl zu unterbinden – man muss festhalten, dass Halle diesen Beschluss umsetzen konnte und wir nun einfach in der Verantwortung sind, dieser Pflicht ebenfalls nachzukommen
• der überflüssige Tod eines jungen Clubfans liegt noch kein halbes Jahr zurück und ist sich daher von allen Clubfans zu vergegenwärtigen, d.h. stilles Gedenken, die Erinnerungen an die Geschehnisse wieder ins Gedächtnis rufen, die Bedeutung des Vorfalls bewusstmachen – „Muss ich um jeden Preis das Erlebnis Fußball/1.FCM/Stimmung am Wochenende konsumieren?“
• die Fanszene Halle hat mit ihrem Handeln während der gesamten Situation ihren Anspruch als Fanszene und damit ihre Daseinsberechtigung verwirkt – sie sind es nicht würdig, weiter beachtet zu werden – mit unserem Fernbleiben entziehen wir ihnen ihre Identifikation, ihren Antrieb und letztendlich auch ihre Existenzgrundlage – auf das die Personen und die Schuldigen für immer in der Versenkung verschwinden
Von den Vereinsverantwortlichen des 1.FCM erwarten wir – zur Schärfung von Profil und Charakter des Vereins, welches auch ein erklärtes Ziel der Vereinsoberen ist – alle Kartenkontingente für die Gastspiele in Halle nicht anzunehmen und keine Karten zu verkaufen oder Werbung für diese Spiele zu betreiben.
Wer nun danach schreit, wie wir die Mannschaft in dieser vielversprechenden Situation im Stich lassen können, der hat die Tragweite und Bedeutung der Geschehnisse einfach nicht verstanden.