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National

Blau Weiß Rote Hilfe kritisiert 9-Punkte-Papier des DFB

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 30. September 2014

Die Fanhilfe des FC Hansa Rostock „Blau Weiß Rote Hilfe“ hat heute ein Statement zum 9-Punkte Papier des Deutschen Fußball-Bundes auf ihrer Homepage veröffentlicht. Dabei geht die Fanhilfe in erster Linie auf Punkt 9 (Auflagen und Bewährungsstrafen) aber auch auf anderen Ungereimtheiten des Papiers ein.

Nach eigenen Ausführungen möchte die Fanhilfe „die verdrehte „Logik“ des DFB nochmals […] beleuchten und auch weiterhin auf die Problematik des sogenannten „9-Punkte-Papiers“ aufmerksam machen.“

Zum neunten Punkt des Papiers zitiert die Fanhilfe zunächst eine Passage aus dem Papier des DFB:

„Die vollständige oder teilweise Schließung von Stadionbereichen bei gravierenden Vorfällen kann durch die Vereine bei fehlendem eigenen Verschulden zukünftig durch Tataufklärung und Täterermittlung, unter Umständen aber auch durch geeignete und dann von der Sportgerichtsbarkeit in eine Auflage eingebettete Maßnahmen/Anordnungen für zukünftige Spiele vermieden werden.“ Weiter heißt es, „Erweisen sich durch Auflagen getroffene Maßnahmen als unzureichend, können die Auflagen in einem dynamischen Prozess Schritt für Schritt erweitert werden und in der Folge bis hin zu teilweisen oder vollständigen Zuschauerausschlüssen führen.“

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Die Blau Weiß Rote Hilfe fasst den Absatz wie folgt zusammen: „Das Neue an der Regelung ist also, dass Sanktionen und Auflagen nunmehr auch durch „Bewährungsstrafen“ begleitet werden können. Zum Ende der letzten Saison bereits bei einigen Vereinen angewandt, wurde auch Hansa im April mit einer solchen Sanktion belegt.“ Darüberhinaus bewertet die Rostocker Fanhilfe kritisch, „dass der DFB, eine nicht-staatliche Organisation, Fußballvereine dazu aufruft, bzw. sie nahezu schon erpresst, Aufgaben der staatlichen Strafverfolgung, wie Täterermittlung und Tataufklärung, zu übernehmen. Die Damen und Herren aus Frankfurt verkennen eindeutig zentrale Grundpfeiler der rechtsstaatlichen Grundordnung, wie etwa dass Strafverfolgung Aufgabe des Staates, bzw. der Staatsanwaltschaft ist und dass dies nicht von Opfern oder Geschädigten übernommen werden kann“, heißt es weiter.

Neben dem Punkt 9 des Papiers kritisiert die Fanhilfe auch die Ungenauigkeiten und die fehlende Transparenz des Schreibens. In diesem wird nicht definiert was man unter „gravierenden Vorfällen“ zu verstehen habe. Es sei unklar, ob darunter nur Gewalttaten fallen oder schon das Abbrennen von Pyro oder das Kleben von Aufklebern als „gravierender Vorfall“ gelte.

Abschließend wird im Statement der Fanhilfe resümiert, dass das 9-Punkte-Papier des DFB einer verdrehten Logik folgt und die Verantwortlichen des DFB „weit weg von der Realität in deutschen Stadien“ sind. „Nach wie vor sind die deutschen Stadien sicher und auch nach wie vor geschehen weitaus weniger Verbechen, als in anderen Bereichen des Alltagslebens“, heißt es gegen Ende der Ausführungen.

 

st