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National

Bedroht der britische TV-Vertrag die Anstoßzeiten?

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 12. Februar 2015
Quelle: imago

Als Reaktion auf die gigantischen Summen für die Premier League hat die DFL eine Debatte über die Bundesliga angestoßen. Im Visier: Die Anstoßzeiten.

Der neue Vertrag für die TV-Übertragungsrechte in England sprengt alle Rekorde. Satte 6,9 Milliarden Euro werden über drei Jahre hinweg an die zwanzig Klubs der Premier League ausgeschüttet. Dazu kommen noch Einnahmen aus der Auslandsvermarktung. In Deutschland läuft der Deal über die Vermarktungsrechte noch bis Sommer 2017 und liefert im Schnitt rund 630 Millionen Euro pro Saison.

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Bei dem Anschlussvertrag will man mindestens eine Milliarde Euro pro Saison aushandeln, auch mit Blick auf die Bedingungen in England. Um dies bewerkstelligen zu können, fordert DFL-Chef Christian Seifert auch die Diskussion über „unpopuläre Maßnahmen“.

Im Klartext: Vor allem die Anstoßzeiten sollen auf den Prüfstein gestellt werden. Eine Neu-Verteilung der Ansetzungen mit unterschiedlichen Uhrzeiten könnte die Bundesliga für das Fernsehen noch attraktiver machen, vor allem für Pay-TV-Sender wie Sky. In Großbritannien sind die Spiele über das ganze Wochenende verteilt, lediglich in der zweitklassigen Championship finden die Matches überwiegend am Samstagnachmittag statt.

Seifert spricht in diesem Zusammenhang von „einem Verdrängungswettbewerb der Ligen“. Gegenüber der Bild forderte er eine „ehrliche Diskussion in der Liga: Sind wir mit Blick auf den neuen TV-Vertrag bereit, notfalls auch unpopuläre Maßnahmen zu ergreifen, um weiter die besten Spieler der Welt in der Bundesliga zu halten?“

Doch auch ein neuer Spielplan könnte über einen entscheidenden Umstand nicht hinwegtäuschen: Die hohen Einnahmen in England sind das Resultat eines Bieterwettstreits zwischen Sky und BT. Diese Situation gibt es in Deutschland bislang noch nicht.