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National

Bayern-Fans sollen keine Tickets an Beşiktaş-Anhänger weitergeben

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 12. Februar 2018
Quelle: imago

Am Dienstag in einer Woche empfängt der FC Bayern München Beşiktaş Istanbul im Achtelfinale der Champions League. Wie schon beim Spiel in der Gruppenphase in Leipzig ließ der türkische Meister auch für die Partie in München das komplette Gästekontingent zurückgehen. Der FC Bayern München warnt seine Anhänger nun davor, eigene Tickets an Fans von Beşiktaş weiterzugeben – und verärgert damit seine eigene Fanszene. 

Nach Ausschreitungen beim Europa-League-Viertelfinale bei Olympique Marseille in der vergangenen Saison spielt Beşiktaş Istanbul nur noch auf Bewährung im europäischen Wettbewerb. Bei erneuten Krawallen droht dem Klub ein Ausschluss von den UEFA-Wettbewerben. Aus diesem Grund verzichtet Beşiktaş in dieser Saison auf seine Ticketkontingente für Auswärtsspiele.

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Um zu verhindern, dass sich nun etwa in Bayern lebende Beşiktaş-Fans mit Karten für den Heimbereich versorgen, hat der FC Bayern nun alle Kartenbesitzer unter Bezug auf eine UEFA-Regelung darauf hinzuweisen, dass eine Weitergabe von Karten an Fans von Beşiktaş Konsequenzen, wie eine Ticket-Bezugssperre für künftige Spiele, haben könne. Zur Überprüfung dieser Regelung kündigten die Münchner für den Spieltag intensive Kontrollen an.

Bei den Fans in der Südkurve stößt die Maßnahme auf wenig Verständnis. Beim Heimspiel gegen den FC Schalke 04 am Samstag zeigten Bayern-Fans ein Spruchband mit der Aufschrift „Gästefans aussperren – den eigenen Fans drohen – handelt so die FC Bayern-Familie?“ Insbesondere an der Umsetzung der Maßnahme haben die Fans ihre Zweifel, wie sie in einer Stellungnahme deutlich machen:

„Stellt Euch die Situation vor, ihr habt eine Karte übrig und wollt die vorm Stadion weiterverkaufen, damit könnt ihr einem Bayernfan eine Freude machen. Jetzt kommt jemand mit einem südländischen Look auf Euch zu, der schon jahrelang zum FC Bayern hält. Das wisst ihr aber natürlich nicht. Zögert ihr ob seines Aussehens vielleicht ihm die Karte zu verkaufen? Verlangt der Verein von den Fans hier eine Überprüfung, die er selbst vielleicht gar nicht leisten könnte? Wird der Fan aufgrund der Unsicherheit vielleicht dazu gezwungen, ganz perfide Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um sein eigenes Risiko zu minimieren? Also aufgrund des Aussehens darauf zu schließen, ob jemand Besiktas Fan sein könnte und dieser Person dann keine Karte zu geben?“

Mit dem Vorgehen halte der FC Bayern seine Anhänger „schon fast zu einer Art ‚Racial Profiling'“ an, kritisiert die Südkurve. Von ihrem Verein wünschen sich die Fans, „dass er die Werte der FC Bayern-Familie, zum Beispiel Gleicheit und Gastfreundschaft, hochhält und diese nicht einem vorauseilendem Gehorsam gegenüber der UEFA opfert, den man sonst beim Kartenverkauf auch nicht an den Tag gelegt hat.“