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National

Auswärts zuhause

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 04. April 2014
Quelle: fanzeit

Im Tabellenkeller der Regionalliga West geht es eng zu. Wenn morgen um 14 Uhr die U23 des VfL Bochum auf die SG Wattenscheid 09 trifft, trennen die beiden Kontrahenten nur drei geschossene Tore – und acht Kilometer Luftlinie. Ein echtes Stadtderby steht an. Dazu ein sportlich brisantes, denn der VfL II rangiert auf einem Abstiegsplatz.

Das Bochumer Lokalderby an der Castroper Straße ist das erste seit 1995. Davor gab es regelmäßige Aufeinandertreffen, unter anderem in der ersten Bundesliga.

1993 hielt die Sportgemeinschaft im Gegensatz zum Rivalen sogar die Klasse: Während der VfL erstmals in seiner Vereinsgeschichte in die zweite Liga abstieg, konnten sich die Wattenscheider als 14. retten. Seit 1996 gehen sich die Clubs aus dem Weg. Bochum pendelte zwischen Zweitklassigkeit und Europa, während die 09er nach und nach durchgereicht wurden, zeitweise sogar in der sechsten Liga spielen mussten. Mittlerweile geht es langsam wieder aufwärts und morgen kämpft man in der Regionalliga West um den Klassenerhalt.

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Kurios: Die Bochumer müssen für ihr Heimspiel umziehen. Seit 2008 tragen die Blauweißen ihre Spiele sonst im Lohrheidestadion aus, im Stadion der Wattenscheider. Unter anderem aus Sicherheitsgründen zieht man nun um ins rewirpowerSTADION. Dieses seltsame Szenario hat in gewisser Weise Tradition, wenn auch unter umgekehrten Vorzeichen. Weil der Andrang bei einigen Partien schwer zu bewältigen war, kickten die Wattenscheider gegen hochkarätige Gegnern wie Bayern München oder Borussia Dortmund im Bochumer Ruhrstadion.

Auch wenn es nur der „kleine“ VfL ist, die Stadt fiebert dem fast vergessenen Stadtderby entgegen. Vor der morgigen Partie baten die Verantwortlichen beider Clubs ihre Fans um einen fairen Umgang miteinander.

Den ersten Saisonsieg feierten die Wattenscheider übrigens erst am zwölften Spieltag. Im Hinspiel gegen Bochum.

moG