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National

Ausschreitungen beim Südwest-Derby

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 05. Oktober 2014

Vor dem Südwest-Derby zwischen Kaiserslautern und Karlsruhe hatten beide Vereine und die Polizei mit einer Stimme zu einem gewaltfreien Spiel aufgerufen. Ein Appell, der jedoch nur bedingt Wirkung zeigte. Schon im Stadion gelang es KSC-Fans, mehrere Absperrungen zu durchbrechen.

Auf der Südtribüne kam es dann nach Abpfiff vor zum Teil noch laufenden Fernsehkameras zu einer Auseinandersetzung zwischen etwa 100 Fans beider Klubs. Dabei sollen jeweils sechs Ordner und sechs Anhänger beider Lager verletzt worden sein.

Die Polizei gibt an, dass „insbesondere FCK-Anhänger“ zuvor auf dem Weg ins Stadion mehrfach Knallkörper gezündet hätten, wodurch fünf Polizisten Knalltraumata erlitten hätten. Nach den Vorfällen im Stadion sollen Karlsruher Fans zudem Einsatzkräfte angegriffen haben, was die Polizei mit drei Festnahmen ahndete. Jedoch sollen sich die KSC-Anhänger geweigert haben, ohne die drei Festgenommenen die Heimfahrt anzutreten. Die beiden Sonderzüge, die bereits auf der Hinfahrt stark beschädigt worden seien, hätten erst mit Verspätung abreisen können.

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Auch auf der anderen Seite des Bahnhofs sei es in diesem Zeitraum zu Angriffen Kaiserslauterer Fans auf Polizisten gekommen. Dabei sollen Flaschen geflogen und mehrere Dienstwagen beschädigt worden sein.

Einsatzleiter Franz-Josef Brandt sagte: „Die Polizei ist fassungslos über die Gewaltbereitschaft beider Fanlager – von Seiten der FCK’ler vor dem Spiel und den Karlsruhern nach dem Spiel.“

 

Der Karlsruher SC hat sich in am Sonntag in einer ersten Stellungnahme zu den Vorfällen geäußert. Darin sagt KSC-Präsident Ingo Wellenreuther: „Das sind schockierende und nicht hinnehmbare Dinge, die da passiert sind. Wir werden alles dafür tun, um diese Vorfälle aufzuklären und diesen Personen habhaft zu werden, die hier normale Fans und Stadionbesucher gefährden und darüber hinaus den Fußball als Bühne für ihre Gewalttaten benutzen.“ Auch aus der Pfalz ließ eine Reaktion nicht lange auf sich warten. „Der 1. FC Kaiserslautern bedauert diese Vorkommnisse und verurteilt ein solches Verhalten aufs Schärfste“, erklärten die Gastgeber. „Der 1. FC Kaiserslautern bedauert sehr, dass Personen zu Schaden gekommen sind. Der Verein wird in enger Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen die Vorfälle intensiv aufarbeiten.“

Die Bundespolizei zählte insgesamt über 20 Straftaten, wegen derer nun ermittelt werde und ließ es sich bei der Gelegenheit natürlich nicht nehmen, den „hohen Kräfteeinsatz“ zu rechtfertigen. Fast 400 Bundespolizei-Beamte waren rund um das Spiel im Einsatz.