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National

„Aufenthaltsverbote ohne vorherige Verurteilungen widersprechen unserem Rechtsstaatsprinzip“

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 30. Juni 2017
Quelle: imago

Wie ein Sprecher der Polizei Hannover der Neuen Presse bestätigte, prüft die Polizei, auch in der kommenden Saison vermeintliche „Problemfans“ mit Aufenthaltsverboten vom Stadion fernzuhalten. Widerstand gegen diese Maßnahme kommt aus der Politik. 

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„Während terroristische Gefährder unkontrolliert laufen gelassen werden, sollen unschuldige Fußballfans weggesperrt werden. Hier fehlt jeder Realitätsbezug: Aufenthaltsverbote ohne vorherige Verurteilungen widersprechen unserem Rechtsstaatsprinzip“, erklärt Björn-Christian Seela, Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen Hannover. Nach Ansicht der JuLis sollen Aufenthaltsbeschränkungen nur für rechtskräftig verurteilte Straftäter durchgesetzt werden.

Der FDP-Nachwuchs lehnt zudem das vom niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius angedachte Stehplatzverbot ab. „Die Politik darf nicht länger über Fans reden, sondern sie muss mit den Fans reden. Vereine, Fanszene und Sicherheitsbehörden müssen gemeinsam an einem Strang ziehen, sonst droht eine Eskalationsspirale“, mahnt Seela. Wie weit sich Fans und Politik voneinander entfernt haben zeige auch die Tatsache, dass etwa das Bündnis ProFans dem von Pistorius geplanten Fangipfel eine Absage erteilt hat.

„Anstatt genereller Verbote wünschen wir uns eine Fanszene, die Gewalttäter und Hooligans nicht deckt. Das ist jedoch kaum zu erreichen, wenn Fans immer weiter gegängelt und unter Generalverdacht gestellt werden“, so Seela abschließend.