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National

Aufbruchstimmung am Betze

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 04. Juli 2016
Quelle: imago

Der 1. FC Kaiserslautern hat die zweitschlechteste Saison seiner Vereinsgeschichte hinter sich. Doch die Zeit des Wundenleckens ist vorbei, Verein und Fanszene blicken nun gemeinsam nach vorne.

Dazu hat der Klub eine eigene Kampagne unter dem Motto „Nur zusammen sind wir Lautern!“ ins Leben gerufen, die dabei helfen soll, den Schulterschluss zwischen Fans und Mannschaft zu vollziehen. So können sich Anhänger und Fanclubs mit ihrem Namen ab sofort auf einer eigens eingerichteten „Wall of Fan“ sowie auf dem Mannschaftsbus verewigen. Auch eine lebenslange Sondermitgliedschaft kann erworben werden.

Dass die Kampagne keine einseitige Angelegenheit ist, zeigen die Ultras des Pfalz Inferno, die auf ihrer Website dazu aufrufen, es ihrer Gruppe gleichzutun und den Verein durch die genannten Aktionen zu unterstützen. „Gemeinsam müssen wir versuchen wieder großes zu bewegen. Nur zusammen sind wir Lautern!“, heißt es von den Ultras, die zudem die Arbeitsweise des neuen Vorstands begrüßen.

Worum es den Fans vor allem geht, wird besonders in einer emotionalen Kolumne des Online-Fanzines „Der Betze brennt“ deutlich. Darin heißt es unter anderem:

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Wir Fans wollen uns nicht weiter entschuldigen und rechtfertigen für das, was wir leben. Wir wollen nur unsere Liebe loswerden und davon haben wir ganz viel.

Wir wollen wild sein, wir platzen vor Energie, vor Emotionen. Wir kennen keine Ruhe, wir sind Stürmer und Dränger. Wir mögen das Feuer, wir mögen es, wenn es brennt. Auf dem Platz und auch auf den Rängen. Und damit sind nicht die bengalischen Feuer gemeint (schon wieder eine Rechtfertigung).

Fußball war einst das Spiel der einfachen Leute: Wir wollen alle daran erinnern und denen, die unseren Sport kaputt machen, in den Allerwertesten treten (und sie nicht noch zum Testspiel einladen).

Wir wollen den Gegner niederpfeifen, weil er uns die Punkte klauen will. Wir möchten ihm zurufen: NOT IN MY HOUSE. DU KOMMST HIER NICHT VORBEI. Wir wollen ihm weh tun, aber nur auf dem Platz.

Wir wollen Gegenspieler entnerven. Wir wollen rote Karten provozieren. Wir wollen den Schiedsrichter beeinflussen. Wir wollen unverschämt sein: Wir wollen, dass unser Stadionsprecher die 85. Minute ansagt, wenn der Ausgleich in der Neunzigsten fällt. Wir wollen, dass sich gegnerische Trainer noch tagelang echauffieren und die Presse Schnappatmung bekommt. Wir singen SCHEISS BARCELONA.

Neben einer sportlichen Verbesserung wünschen sich Fans und Verein also vor allem eine Rückkehr zu den Wurzeln, zur Faszination Kaiserslautern und zur Bastion Betzenberg. Der Anfang dafür scheint gemacht.