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International

Aufarbeitungen der Polizei zu Vorfällen in Dortmund

Autor: Robin Schwitzer Veröffentlicht: 05. November 2014
Quelle: imago

Die Polizei Dortmund hat die Ermittlungen zu den Ausschreitungen rund um das das Champions League Spiel zwischen Borussia Dortmund und Galatasaray Istanbul aufgenommen. Bereits gestern konnten die Beamten vor Ort erste Täter ermitteln. Vor einer Stunde endete eine Pressekonferenz der Polizei zu den gestrigen Vorfällen.

Fanzeit präsentiert euch Auszüge der PK:

„Beim Spiel ist es zu massiver Randale vor allem von Gala-Anhängern gekommen, aber auch BVB-Fans waren negativ aufgefallen. Solche Chaoten und Kriminelle, die den Namen ‚Fan‘ nicht verdienen, liefern all denen Argumente, die Gästefans ausschließen wollen“,  äußerte sich Polizeipräsident Oliver Lange zu Beginn der Pressekonferenz.

Einsatzleiter Edzard Freyhoff sagte: „Ich habe mich gefragt, ob man die Fans ins Stadion lassen kann. Ich habe mich entschieden, eine Deeskalation zu bewirken. Alles, was auf dem Weg zum Stadion abgebrannt wurde, hätte dann im Stadion nicht mehr zur Verfügung gestanden. Mit Spielbeginn mussten wir feststellen, dass die Pyrotechnik im unteren Blockbereich fortgesetzt wurde. Es gab unmittelbar auch Festnahmen.“

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„Es gab daraufhin eine Blocksperre. Das Ziel: friedliche Fans schützen, in dem die Gala-Fans auf dem Block in Gewahrsam genommen wurden. Während der Sperre gab es massive Ausschreitungen. Toilettentüren und Eisenstangen wurden auf Polizisten und Ordner geworfen. Polizei wehrte die Angriffe mit Pfefferspray und Schlagstöcken ab“, so Freyhoff weiter.

Laut dem Einsatzleiter „gibt es Ermittlungen gegen etwa 700 türkische Fans. Während der Sperre sind BVB-Fans maskiert in die Osttribüne eingedrungen, um Galatasaray-Fans anzugreifen. Ordner und Polizei hielten die Fans ab, es kam jedoch zu einem zweiten Angriffsversuch und Provokationen gegen die Gala-Fans. Freyhoff: „Kein Fan ist verletzt worden. Wir müssen von Glück sprechen.“ Anschließend wurde der leere Fanblock durchsucht. Es wurden 55 Pyro-Gegenstände sichergestellt. Insgesamt gab es 21 Festnahmen.“

BVB-Organisationschef Hockenjos nimmt ebenfalls Stellung zu den Krawallen: „Wir sind höchst erschrocken. Speziell meine ich die Taten, die keinen Respekt vor der Unversehrtheit anderer Menschen haben. Ich wünsche mir, dass wir diese Menschen identifizieren und verantwortlich machen können.“ Laut Rotem Kreuz gab es im Stadion zehn Verletzte. Das seien vergleichsweise wenig, so Hockenjos. Die Verletzungen reichen vom blauen Auge bis zu Prellungen.“

Auch die Mordkommission ermittelt

Aus dem Oberrang sei eine Sitzkonstruktion mit 3,6 Kilo Gewicht 10 bis 11 Meter tief einfach in die Menge geworfen worden. „Es hätte einen Toten geben können.“ Nun sei die Kapitalabteilung, im Gefolge die Mordkommission eingeschaltet worden. Den Tatort habe man abgesperrt und Spuren gesichert. Wenn herauszufinden ist, wo die Werfer saßen, besteht die Möglichkeit, dass es zu einer Identifizierung kommt., äußerte sich Oberstaatsanwältin Birgit Cirullies zu Ausschreitungen gestern Abend in Dortmund.

rs