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National

Arminia Bielefeld startet Sammelaktion für Opfer von Hooligan-Attacke

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 20. November 2014
Quelle: imago

Werder Bremen Fan Malte K. wurde am 05.Mai 2012 nach dem Spiel von Werder Bremen II bei Arminia Bielefeld von Hooligans angegriffen. Diese schlugen ihn zu Boden und verletzen ihn derart, dass er zwei mal für klinisch tot befunden wurde. Nun wurde bekannt, dass er und sein ebenfalls damals verletzter Freund mit den Verfahrens- und Anwaltskosten des Zivilprozesses belastet werden. Um den beiden Fans zu helfen, sammelt Arminia Bielefeld ab sofort Geld, um sie von den Prozesskosten in Höhe von rund 4.000 Euro zu entlasten.

Der DSC Arminia Bielefeld gab heute auf seiner Homepage bekannt, dass ein Spendenkonto für den genannten Zweck ab sofort geöffnet ist. „Es bleibt bis zum DFB-Pokalspiel gegen Werder Bremen Anfang März 2015 geöffnet. Ein möglicher Restbetrag nach Abzug der Prozesskosten wird dem “Weissen Ring e.V.” zu Gute kommen. Der Verein unterstützt seit 1976 Kriminalitätsopfer und initiiert darüber hinaus Maßnahmen zur Prävention von Straftaten“, heißt es auf der Seite der Arminia.

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Nach Information der Neuen Westfälischen wurden die beiden Gewaltopfer in diesen Tagen mit den Gerichtskosten von rund 4.000 Euro belegt, da der Haupttäter nicht im Stande war, die Schmerzensgeldzahlungen und Prozesskosten zu tragen. Aus diesem Grund hat das Landgericht nun die Erstattung eines Teils der Prozesskosten von Malte K. und seinem Freund eingefordert. Landgerichtssprecher Guiskard Eisenberg spricht von dem Prozesskostenrisiko jeder Zivilklage.

Der damals ebenfalls verletzte Freund vom Malte K., Sebastian W., muss 964 Euro aufbringen. Gegenüber der Neuen Westfälischen sagte er: „Bevor ich diese Summe zahle, gehe ich lieber ins Gefängnis.“ Malte K. wurde nach den Attacken der Hooligans zweimal für klinisch tot befunden und konnte nur mit großem Glück ins Leben zurückgeholt werden. Weil sein Schadenersatz höher lag, ist auch seine Rechnung höher: Er muss 2.969 Euro zahlen und zeigte sich gegenüber der Entscheidung des Gerichts konsterniert: „Ich muss 2.969 Euro bezahlen. Ich empfinde diese Rechnung als Bestrafung.“

st