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National

Arabische Fans überfluten Facebook-Seite des ZDF

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 25. April 2014
Quelle: Facebook (Screenshot)

Die Geschichte ist absurd genug, um einer Monty-Python-Komödie entsprungen zu sein. Ein Ja-Wort an der falschen Stelle und ein Gerücht, dessen Urpsrung kaum noch auszumachen ist, führen dazu, dass die Facebook-Seite des „ZDF Sport“ zum Bambus des sozialen Netzwerks geworden ist: Man kann ihr beim Wachsen – besser: Explodieren – zusehen. Innerhalb von einer Woche ist die Zahl der Fans von etwa 89.000 auf knapp 350.000 hochgeschnellt.

Doch die Mainzer dürften sich nur bedingt über beinahe minütlich Tausende neuer Fans freuen, die die Seite mit Likes überhäufen. Selbst Social-Media-Experten haben bisher vermutlich noch keinen Begriff für das Phänomen. Anders als bei einem „Candystorm“ entbehrt die plötzliche Zuneigung ja ganz offensichtlich jeder Grundlage, alles ist ein großes Missverständnis. Auf diversen Facebook-Seiten mit teilweise Millionen Fans hat sich das Gerücht verbreitet, dass das ZDF die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien in die arabische Welt überträgt.

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Allein in der letzten Woche wurde der Seite deshalb das zweifelhafte Vergnügen von knapp einer Viertelmillion neuer Fans zuteil – zum allergrößten Teil aus dem arabischen Raum. Seit Mitte März überhäufen Facebook-Fans die Seite zudem mit Kommentaren. „Wir sind die Öffentlichkeit von dem arabischen Welt. Werden wir die WM-Spiele auf Ihrem Kanal sehen, Wollen wir einen Arabischen Kommentar haben. Danke“, heißt es in einem der häufigsten, immer wieder kopierten Einträge.

Zwischenzeitlich soll einer der ZDF-Redakteure auf die scheinbar unverfängliche Frage „WM on ZDF?“ mit einem vermeintlich noch viel harmloseren „yes!“ geantwortet haben. Seither scheint die Sache für viele abgemacht. Plötzlich tauchen erste Fanseiten wie „ZDF Sport Arabia“ bei Facebook auf, bereits mit den dazugehörigen Satelliten-Frequenzen, auf denen der Sender die WM-Spiele angeblich übertragen soll. Dass dem „ZDF“ die nötigen Rechte dazu fehlen, scheint niemand so recht wahr haben zu wollen.

Nachdem die Seite mit Einträgen vor allem in arabischer Spracher überflutet wurde, sah sich der Sender veranlasst zu reagieren und die Angelegenheit am Mittwoch in einem Posting aufzuklären, nicht zuletzt da die deutschsprachigen Facebook-Freunde den Diskussionen kaum noch folgen konnten. Der Zustrom neuer Fans ist seither dennoch ungebrochen. Vielleicht wäre es inzwischen einfacher, sich noch mal nach den Preisen für die Rechte zu erkundigen…