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National

Amateurderby in München von Krawallen überschattet

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 13. August 2014
Quelle: imago

Am gestrigen Dienstag fand das Stadtderby zwischen den Amateuren des TSV 1860 und des FC Bayern vor 12.500 Zuschauern im Grünwalder Stadion statt. Vor dem Spiel kam es auf dem Viktualienmarkt und im Stadion zu Ausschreitungen.

Laut Polizeiaussagen trafen sich um 16 Uhr rund 500 Löwen-Fans auf dem Candidplatz. Etwa zur gleichen Zeit versammelten sich circa 400 Anhänger des FC Bayern auf dem Viktualienmarkt. Beide Fangruppen entzündeten an ihren Treffpunkten bengalische Feuer und Rauchbomben. Wie fanzeit im Vorfeld berichtete, ist der Treffpunkt der Bayern Fans schon am 31. Juli angekündigt worden. Trotzdem eskalierte die Situation als Pyrotechnik in der Nähe der Lebensmittelstände entzündet wurde, was einige Standbesitzer dazu veranlasste diese zu schließen.

Fanzeit sprach mit der Markt-Sprecherin des Viktualienmarkts, Elke Fett. Die Frage, ob das Fantreffen der Bayern Fans den Besitzern der Stände auf dem Viktualienmarkt bekannt war, verneinte Frau Fett: „Die Situation war schrecklich, wir wussten von nichts. Die Bayern-Fans haben in unmittelbarer Nähe zu den Lebensmitteln mit Raketen geschossen und die Polizei war erst vor Ort nachdem sich schon viele Standbesitzer in ihren Ständen eingeschlossen und mehrmals bei der Polizei angerufen hatten. Manche Standbesitzer hatten Todesangst“, gab Frau Fett bekannt. „Sieben Stände haben ab 16 Uhr dementsprechend auch überhaupt keinen Umsatz mehr machen können“, ergänzte sie.

Auf Nachfrage von fanzeit bei der Münchener Polizei, ob tatsächlich keine Einsatzkräfte beim Treffen der Bayern-Fans auf dem Viktualienmarkt vor Ort waren, wollte der Polizeisprecher zunächst keine genaueren Auskünfte geben.

Die Situation entspannte sich erst ab 17.45 Uhr, als sich der nun etwa 1500 Mann starke Mob der Bayern-Anhänger mit öffentlichen Verkehrsmitteln von der Innenstadt in Richtung Giesing in Bewegung setzte. Auf dem Weg zum Stadion gab es keine weiteren Zwischenfälle, da die Polizei ein striktes Fantrennungs-Konzept durchsetzte, von dem bereits in einem weiteren fanzeit-Artikel zu lesen war. 

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Die Situation im Stadion

Während sich im Grünwalder Stadion die Blöcke der Bayern-Fans langsam füllten, blieb der Bereich der für die Löwen-Anhänger vorgesehen war bis kurz nach 19 Uhr nur schwach besucht. Gegen 19.15 Uhr dann stürmten die Fans der Löwen ihren Block und zündeten Pyrotechnik. Vereinzelte pyrotechnische Gegenstände wurden in Richtung der Bayern-Fans geworfen.

Davon offenbar angestachelt kletterten rund 40 Bayern-Fans über die Zäune ihres Blocks und liefen Richtung Löwen-Fans. Nur ein Zwischengang trennte beide Fangruppen, über den sie sich mit Bechern und Pyro bewarfen. Das folgende Einschreiten der Polizei konnte die Situation zwar eindämmen, allerdings kam es dabei zu Verletzungen bei drei Polizisten und zu fünf Verhaftungen von Fans. 

Nach dem Spiel hatte die Polizei beide Fanlager wieder im Griff und konnte so eine kontrollierte Heimreise der Zuschauer gewährleisten. Insgesamt kam es bei dem Einsatz zu 11 Festnahmen wegen Delikten wie Landfriedensbruch, Körperverletzung, Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz und Beleidigung.

 

st