Anzeige

National

Altkanzler Schröder attackiert Hannoveraner Ultras

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 27. Februar 2018
Quelle: imago

Mit der Wiederaufnahme des Stimmungsboykotts durch die aktive Fanszene erreichte die Atmosphäre bei Hannover 96 beim Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach einen neuen Tiefpunkt. Der ehemalige Bundeskanzler und aktuelle Aufsichtsratsvorsitzende von Hannover 96 nahm sich nun die Ultras des Vereins zur Brust. Auch Martin Kind kündigt Konsequenzen an. 

Unter anderem weil der Verein eine geplante Podiumsdiskussion mit Vertretern der Fanszene kurzfristig abgesagt hatte, hatten die Ultras Hannover entschieden, beim Spiel gegen Gladbach die Unterstützung der eigenen Mannschaft einzustellen. Stattdessen waren in der Nordkurve Sprechchöre gegen Präsident Martin Kind zu vernehmen – worauf Teile des Stadions mit „Ultras raus!“-Rufen reagierten.

Auch die Mannschaft zeigte sich durch die Stimmung im Stadion offenbar verunsichert. 96-Trainer André Breitenreiter erklärte nach dem Spiel: „Ich habe eine solche negative Atmosphäre noch nie erlebt. Damit haben wir nicht gerechnet. Das hat die Jungs berührt. Wir haben das in der Halbzeit angesprochen.“

Sichtlich frustriert über die Situation zeigte sich nach dem Spiel auch Hannovers Manager Horst Heldt: „Es kotzt mich alles an“, sagte Heldt nach der Partie bei Sky. „Wir beschäftigen uns mit allem anderen, nur nicht mit Fußball. Vielleicht haben wir es dann auch nicht anders verdient.“

Anzeige

Gegenüber dem Sportbuzzer betonte Heldt später, dass er seine Aussagen nicht als Vorwurf in Richtung der Ultras verstanden wissen wolle. „Wir alle. Alle!“, seien gemeint, so Heldt.

Explizit an die Ultras wandte sich jedoch nun Hannovers Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Schröder: „Was sich da in der letzten Zeit entwickelt hat, das schadet der Mannschaft, das schadet dem Sport, das schadet dem Ansehen von Hannover 96. Ich würde sie nicht Fans nennen, denn das ist eine Beleidigung der wirklichen Fans, die jede Woche zu 96 kommen. Die, die man gegenwärtig Ultras nennt, sind eine ärgerliche Randerscheinung“, so der Altkanzler gegenüber dem Sportbuzzer.

„Ihr seid die, die am wenigsten gebraucht werden. Weil ihr der Mannschaft nicht helft und ihr Unruhe in den Verein bringt“, so Schröder weiter.

Auch Präsident Martin Kind zeigte sich sichtlich verärgert: „Es ging nur darum, die Stimmung zu zerstören, das war destruktiv ohne Ende, und es hat erstmals die Mannschaft deutlich belastet“, so Kind gegenüber dem Portal. „Das können wir nicht länger akzeptieren.“

Nach Sportbuzzer-Informationen wollen die Vereinsverantwortlichen in den nächsten Tagen sowohl über die aktuelle Situation als auch über die kommende Saison diskutieren. „Für die nächste Saison werden wir etliche Dinge ändern“, kündigte Kind bereits an und stellte in Richtung der Ultras fest: „Das Einfachste ist doch, dass sie wegbleiben.“

Wie die Fanszene mit den neuesten Entwicklungen umgeht, will sie bei einem Treffen am kommenden Freitag besprechen.