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National

“Alles gelogen”: Schweinfurt-Fans wehren sich gegen Polizei-Vorwürfe

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 14. April 2014
Quelle: Jeronimo Ort

Rund um die Regionalliga-Partie zwischen dem FC Bayern München II und dem 1. FC Schweinfurt 05 ist es nach Polizeiangaben zu Ausschreitungen gekommen (fanzeit berichtete). Unter anderem soll eine Mutter ihren neunjährigen Sohn in Richtung einer Polizeikette geschubst haben, um eine Verletzung des Kindes zu provozieren. Diesen Darstellungen widersprechen einige Schweinfurt-Fans nun vehement und erheben schwere Vorwürfe gegen die Polizei.

Wie der Bayrische Rundfunk berichtet, handelt es sich bei der Mutter um die Frau des Schweinfurter Fanbeauftragten Dominik Gross. Sie habe ihren Sohn aus dem Getümmel ziehen und nicht etwa eine „Verletzung provozieren“ wollen, wie es im Polizeibericht heißt. Auch dem Vereinsvorsitzenden Markus Wolf erscheinen die Angaben der Polizei „völlig absurd“. Laut region-muenchen.de kenne er den Fanbeauftragten als stets besonnen.

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Darüber hinaus erheben auf der Internet-Plattform in-und-um-schweinfurt.de weitere Anhänger des 1. FC Schweinfurt 05 schwere Vorwürfe gegen das Vorgehen der Polizeibeamten des Unterstützungskommandos (USK). “Wir wurden vom USK verdroschen und sollen jetzt auch noch selbst schuld sein! Da wurde auf Frauen eingeschlagen! Und dann lügen die in ihrem Bericht wie gedruckt”, heißt es dort aus Sicht eines Fans.

Auch habe es keinen Versuch gegeben den Mannschaftsbus des FC Bayern anzugreifen, wie Dominik Gross berichtet: “Wir wollten einfach gehen. Niemand wollte den Bayern-Bus angreifen. Den haben wir gar nicht gesehen.”

Wie Gross dem bayrischen Rundfunk berichtet, habe es direkt nach dem Spiel zunächst eine Blocksperre für die Gästefans gegeben. Nach der Erlaubnis, das Stadion an der Grünwalder Straße zu verlassen, seien dann Beamte des USK auf die abziehenden Schweinfurt-Fans losgegangen. „Völlig grundlos, wir wussten überhaupt nicht, was los ist. Der absolute Oberhammer“, so Gross.

Der Fanbeauftragte und weitere Anhänger wollen nun Anzeige gegen das USK erstatten, das in der Vergangenheit schon häufiger für unverhältnismäßiges Einschreiten kritisiert wurde.