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Aktionsspieltag folgt auf Aktionsspieltag: UEFA und DFB werden heftig kritisiert

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 25. September 2018

Bevor am Donnerstag über die Vergabe der Europameisterschaft 2024 entschieden wird, hat der DFB mit viel Gegenwind zu kämpfen. Am Wochenende gab es bundesweite Aktionen gegen die EM-Bewerbung, am Spieltag der „Englischen Woche“ richtet sich der Protest erneut gegen den DFB.

Während die Bundesliga-Mannschaften am Wochenende mit EM2024-Aufnähern auf dem Trikot und gemeinsamen Fotos für die deutsche EM-Bewerbung warben, zeigten viele Fankurven deutliche Protestaktionen dagegen. Vor Anpfiff posierten die Spieler vor Banden mit dem Aufdruck „United By Football. Vereint im Herzen Europas.“, was mehrere Fankurven, unter anderem die Cannsatter Kurve in Stuttgart, für einen gekonnten Abklatsch mit eigenem Slogan „United By Money. Korrupt im Herzen Europas.“ nutzten.

In Frankfurt spielten die Fans mit „Europa zu Gast bei korrupten Bastarden“ auf die WM 2006 an und in Dresden konnten die Zuschauer „Wir brauchen keine gekaufte EM, sondern Veränderungen!“ lesen.

Bei den Spielen unter der Woche wollen Fankurven in  jetzt 20 Minuten schweigen, um auf generelle Missstände im deutschen Fußball hinzuweisen. Hauptsächliche geht es um die zunehmende Kommerzialisierung, die Zerstückelung der Spieltage und Fanrechte. Die Bremer Ultras kündigten an, wegen ihrer frühen Anstoßzeit (18:30 gegen Hertha BSC) 18:30 Minuten zu schweigen.

Nachfolgend die Stellungnahme zum geplanten Aktionsspieltag:

Ihr werdet von uns hören – oder auch nicht!

„Wir sind weiterhin bis in die Haarspitzen motiviert, uns für die Grundwerte des Fußballs und gegen eine weitere Entfremdung des Fußballs durch Korruption, Gutsherrenmachenschaften und Kommerzialisierung einzutreten. Wir sehen es mehr denn je als unsere Verantwortung gegen den DFB und die DFL aufzustehen und wissen zehntausende Unterstützer in den Kurven des Landes hinter uns.‘‘

So schlossen wir vor rund einem Monat unsere Erklärung zu dem Abbruch der Gespräche mit den Verbänden. Wir führten dabei aus, dass der Beitritt der Fanseite zu einem wie auch immer gearteten „runden Tisch‘‘ keine Verbesserung für jene Fanseite mit sich gebracht hat und wohl auch nicht bringen wird. Viel mehr handelte es sich bei den Gesprächen um eine für die Verbände gesichtswahrende Vorgabe von Dialogbereitschaft, ohne dabei jedoch gewillt zu sein, tatsächliche Verbesserungen im Sinne der Fußballfans durchzusetzen. Auch die geleakten E-Mails zwischen DFB-Präsident Reinhard Grindel und seinem Vizepräsident Rainer Koch haben uns gezeigt, dass der Abbruch der Gespräche ein richtiger Schritt war.

Diese Resignation bezieht sich dabei jedoch einzig und allein auf die besagten Gespräche, nicht jedoch auf unseren grundsätzlichen Kampf für einen anderen Fußball. Einen Fußball, der sich an der Basis orientiert, statt die Spirale in immer neue Höhen zu drehen. Der den Fokus auf die Fans legt, statt sich nur nach Investoren, Stakeholdern und dem großen Geld zu richten.
Wenn die Anliegen der Fans in Gesprächen kein Gehör finden, dann vertreten wir sie wieder dort, wo man uns nicht ignorieren kann: In unseren Stadien und Kurven. Wir haben angekündigt, dass man von uns hören wird und setzen das in der kommenden englischen Woche, dem siebten Spieltag, um.

In den ersten 20 Minuten der Spiele werden wir auf einen wie üblich organisierten Support verzichten. Stattdessen werden wir unseren Protest in die Stadien tragen und zeigen, dass die große Masse an Fans nicht damit einverstanden ist, was einige wenige Funktionäre mit unserem geliebten Fußball veranstalten.

Über die genaue Ausgestaltung des Protests werden die jeweiligen Fanszenen informieren. Schließt euch den Protesten an, um ein einheitliches und starkes Zeichen zu setzen! Zeigt denen da oben, dass die Fans in den Stadien nicht gewillt sind, immer neue Auswüchse der Kommerzialisierung und Entfremdung in Kauf zu nehmen!

Die Fanszenen Deutschlands im September 2018