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National

Acht Monate Freiheitsstrafe

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 07. Mai 2014
Quelle: imago

Nach den Ausschreitungen rund um das Drittliga-Spiel zwischen Hansa Rostock und dem Halleschen FC im vergangenen Oktober, bei dem insgesamt 157 Personen festgesetzt und acht Polizisten verletzt wurden, ist nun das erste Urteil gesprochen worden.

Ein 23-jähriger Mann ist vom Amtsgericht Rostock wegen schweren Landfriedensbruchs, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Vermummungsverbot zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe verurteil worden, die auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Ferner muss der Verurteilte 1.200 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung des FC Hansa Rostock, der Staatsanwaltschaft Rostock und Polizeiinspektion Rostock ist zudem davon die Rede, das vermutlich noch weitere Verurteilungen folgen werden. Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft 21 Anklagen und 11 Strafbefehle mit zum Teil „erheblichen Geldstrafen“ beim zuständigen Amtsgericht beantragt.

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„Wer anderen Fans einen Fanschal raubt, ein Verbrechen das mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr bestraft wird“

Der Leiter der Polizeiinspektion Rostock, Michael Ebert, macht deutlich: „Wer sich im Stadion vermummt begeht eine Straftat nach dem Versammlungsgesetz, wer anderen Fans einen Fanschal raubt, ein Verbrechen das mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr bestraft wird. Wer Steine und Flaschen auf Polizeibeamte wirft oder aus einer Gruppe heraus agiert, begeht einen schweren Landfriedensbruch. Wer sich aus einer gewalttätigen Gruppe nicht entfernt, Deckungsmasse bietet oder deren Verhalten unterstützt, muss sich die Taten im Einzelfall zurechnen lassen.“

Rainer Friedrich, Hansa Rostocks Vorstand für Stadionmanagement und Prävention sowie Stadionverbotsbeauftragter erklärt: „Wir arbeiten bei der Aufklärung von Straftaten sehr eng mit der Polizei und der Staatsanwaltschaft zusammen. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit den Konsequenzen leben – wir werden auch in Zukunft mit Hilfe unserer Sicherheitspartner rigoros gegen Straftäter vorgehen und diese aus den Fußballstadien verbannen. Wir haben bis jetzt 21 Stadionverbote ausgesprochen. Weitere sechs Personen erhielten Auflagen, wie zum Beispiel die Mitarbeit bei sozialer Arbeit des Vereins.“

Staatsanwalt Holger Schütt, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Rostock, führt aus: „Die Staatsanwaltschaft Rostock wird weiterhin konsequent Straftaten im Zusammenhang mit Ausschreitungen bei Fußballspielen verfolgen. Aus diesem Grund ist bei der Staatsanwaltschaft Rostock ein Sonderdezernat für diese Straftaten eingerichtet worden, wodurch eine zügige Aufklärung und rasche Anklageerhebung bei hinreichenden Tatverdacht gewährleistet wird.“