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National

96-Fans fühlen sich verschaukelt

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 31. März 2014
Quelle: imago

Als Entschädigung gibt es nun drei „Ehrenkarten“ – mit frei wählbarer und selbständiger Anreise. Ein Vater hatte gemeinsam mit seiner 13-jährigen Tochter und seinem 11-jährigen Sohn gegen den „Buszwang“ geklagt, der vorsah, dass Hannover-96-Fans Tickets für das Derby in Braunschweig nur in Verbindung mit einer vom Vereine organisierten Busreise erhalten. Insbesondere hatte der Vater darauf hingewiesen, dass sein Sohn körperlich eingeschränkt sei und daher die Busfahrt gar nicht hätte antreten können. Hannover 96 kürzte den Prozess mit dieser Kulanz-Regelung ab und verhinderte vor allem ein schnelles Gerichtsurteil.

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Darin glauben viele Anhänger eine Finte zu erkennen. Dadurch, dass dem Anliegen des Klägers nun Genüge getan ist, habe sich das Eilbedürfnis eines Urteils vorerst erledigt, argumentierte das Amtsgericht Hannover. Damit bleibt die umstrittene Vergabepraxis bestehen und weitere Klagen schließen sich beinahe von selbst aus: Hannover spielt bereits am kommenden Sonntag in Braunschweig – zu schnell für die Mühlen der Justiz.

Ein User echauffierte sich im Forum des Hannover-96-Portals „Das Fanmagazin“: „Ich kann nicht glauben, wie man den Fans wieder einmal so eine lange Nase drehen kann. Sicherlich wussten die Verantwortlichen von 96 schon ab Mittwoch, dass sie im Unrecht sind, haben aber abgebrüht gewartet bis die Urteilsverkündung bevorsteht. Das ist so unter aller Sau, dass ich es kaum fassen kann.“