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National

„4.000 Euro für Klopapier?“

Autor: Kim Heeß Veröffentlicht: 05. November 2014
Quelle: imago-sportfoto

Die Darmstädter Gruppierung „Block 1898“ beklagt die Unverhältnismäßigkeit einer Bestrafung des DFB. Das Werfen von Klopapierrollen als Protest gegen RB Leipzig zieht die gleiche Strafe mit sich, wie das Stürmen eines Gästefanblocks. In einer Mitteilung äußern sich die Darmstädter Anhänger zu den Vorfällen.

Aus Protest gegen RB Leipzig hatten Darmstädter Fans während des Heimspiels gegen Sandhausen mehrere Klopapierrollen auf den Rasen geworfen. Dies wurde nun vom Sportgericht mit einer Geldstrafe von 4000€ belegt.

Den gleichen Betrag mussten auch die Offenbacher Kickers entrichten. Hier wurden keine Klopapierrollen geworfen, die Gästefans wollten beim Spiel in Darmstadt gewaltsam den Block stürmen und haben dabei mit Fackeln geworfen.

Die unverhätnismäßige Bestrafung will der „Block 1898“ nicht akzeptieren. Sie sehen darin eine andere Strategie des DFB. „Der Protest gegen das vom Verband gestreichelte Marketingprodukt aus Leipzig soll offenbar mundtot gemacht werden.“, heißt es in der Pressemitteilung der Lilien-Fans.

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Das wollen die Fans nicht auf sich sitzen lassen und schreiben in der Mitteilung „NICHT MIT UNS“. Eine Spende über 4000 Euro wurde direkt an den Präsidenten des SV Darmstadt 98 überwiesen. Damit positionieren sie sich deutlich zum Protest gegen RB Leipzig und setzen ein Zeichen für die eigenen Anhänger. Diese werden wiederum aufgerufen, bei den nächsten Heimspielen ebenfalls zu spenden. „Sollten bei dieser Sammlung mehr als 4.000 Euro zusammenkommen, nutzen wir das Geld für die nächste Rechnung für freie Meinungsäußerungen oder noch lieber für die Jugendabteilung des SV98“, heißt es von Seiten der Darmstädter weiter.

Nachfolgend die Stellungnahme im Wortlaut:

4.000 Euro für Klopapier?
Wie DFB & DFL aktive Fans zum Schweigen bringen wollen

4.000 Euro Strafe verhängte das Sportgericht in Frankfurt gegen den SV Darmstadt 98, da beim Heimspiel gegen Sandhausen Klopapierrollen auf den Platz geflogen waren – wohlgemerkt als Teil des Protests gegen RB Leipzig. 4.000 Euro kostete es übrigens auch den OFC, dass seine Fans gewaltsam den Gästeblock in Darmstadt stürmen wollten und dabei mit Fackeln um sich warfen. Ob logisch oder nicht, die Strafenhöhe richtet sich nach Ligazugehörigkeit, dennoch liegt auf der Hand, dass hier eine unverhältnismäßig hohe Summe aufgerufen wurde. Ein paar Sekunden Papier auf dem Feld, während das Spiel aufgrund eines Freistoßes ohnehin schon unterbrochen war? Das kann nicht der wahre Grund für eine solche Strafe sein!

Da liegt es -gerade angesichts des Zeitpunkts der Veröffentlichung – nahe, beim Fußballverband ein ganz anderes Motiv zu vermuten: Der Protest gegen das vom Verband gestreichelte Marketingprodukt aus Leipzig soll offenbar mundtot gemacht werden. Vereine gegen seine eigenen Fans, sowie die Fanszene untereinander aufgehetzt werden. „Ihr habt zwar Recht, aber Eure Kritik schadet dem eigenen Verein“ – das sind die weisen Phrasen, die die DFL in Darmstadt und bundesweit zur Abschreckung heraufbeschwören will.

NICHT MIT UNS! Wir werden diese halblegale Parallelrechtsprechung der Fußballverbände niemals anerkennen, noch wichtiger ist uns aber zu sagen: „Wir stehen zu unserer Meinung, wir stehen zusammen und IHR könnt uns gerade mal gar nix!“. Deshalb haben wir als Block1898 beschlossen voran zu gehen. Wir haben heute, einen Tag nach Bekanntwerden der Strafe, 4.000 Euro an Rüdiger Fritsch, den Präsidenten des SV Darmstadt 98 e.V., übergeben.

Wir sind überzeugt, in der Sache RB alle Lilienfans hinter uns zu wissen. Wir werden jedem Einzelnen von Euch beim Spiel gegen Leipzig die Möglichkeit geben, sich deutlich zu positionieren, aber auch sich finanziell an der Strafe zu beteiligen. Gerne nehmen wir Eure Unterstützung schon vorher als Überweisung entgegen:
Block1898, Stichwort: „Nein zu RB“, Kto. 75 1898, BLZ 508 501 50, Sparkasse Darmstadt

Sollten bei dieser Sammlung mehr als 4.000 Euro zusammenkommen, nutzen wir das Geld für die nächste Rechnung für freie Meinungsäußerungen oder noch lieber für die Jugendabteilung des SV98.

Red Bull raus aus dem Fußball!

 

kh