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International

355.000 Euro: Staat fordert Entschädigung von Speziale

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 04. März 2015
Quelle: imago

Der Fall Antonino Speziale bewegt seit nunmehr acht Jahren die Gemüter von Fans in ganz Europa. Der sizilianische Ultra, damals gerade 17 Jahre alt, soll bei Ausschreitungen gemeinsam mit einem Mittäter einen Polizisten getötet haben. 2012 wurde Speziale wegen Totschlags zu acht Jahren Haft verurteilt. Der Fall weist jedoch etliche Ungereimtheiten auf. Viele Fans, besonders in der Ultra-Szene, sehen in dem Catania-Anhänger ein Bauernopfer. Nun droht Speziale weiteres Ungemach.

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Wie italienische Medien berichten, hat der Generalstaatsanwalt beim Bezirksgericht in Catania eine Klage des italienischen Staates auf Schadensersatz in Höhe von insgesamt 355.000 Euro eingereicht. Die Summe beinhaltet vor allem Entschädigungen, die der Fiskus an die Familie des verstorbenen Polizisten gezahlt hat und für die Speziale mit seinem Mittäter nun aufkommen soll.

Viele Fans hegen starke Zweifel daran, dass Speziale überhaupt verantwortlich für die Tat ist. Er gibt zwar zu, an jenem Abend eine Waschbeckenverkleidung geworfen zu haben. Es bestehen jedoch ernsthafte Zweifel daran, dass dies ursächlich für den Tod von Filippo Raciti war. Speziale behauptet, niemanden getroffen zu haben – Augenzeugen gibt es nicht. Viele Ultras machen sich seither auch in Deutschland immer wieder mit Slogans wie „Speziale Libero“ („Freiheit für Speziale“) oder „Speziale Innocente“ („Speziale ist unschuldig“) für den Verurteilten stark. Viele Vereine sind jedoch dazu inzwischen übergegangen, die Solidaritätsbekundungen mit dem in Italien immerhin verurteilten „Polizistenmörder“ zu unterbinden.

Ob auf Speziale, der aus ärmlichen Verhältnissen stammt, nun auch noch eine Schadensersatzklage zukommt, die ihn bis ans Lebensende beschäftigen dürfte, darüber wird nun erneut ein italienisches Gericht entscheiden. Der erste Verhandlungstag ist für den 7. Juli angesetzt.