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National

„Frankfurter aus der Liga fegen“

Autor: Johannes Holzapfel Veröffentlicht: 12. Mai 2016

Mehrere Bremer Ultragruppen gehen auf ihren Stimmungsboykott gegen den VfB Stuttgart ein. Sie stellen ihre Zerrissenheit während der 90 Minuten dar, loben die Stimmung und hoffen, auch im letzten Spiel der Saison die Mannschaft im Abstiegskampf lautstark mit den restlichen Fans im Stadion unterstützen zu können.

In der Stellungnahme, die auf der Website von Caillera veröffentlicht wurde und von den anderen Ultragruppen (UltrA-Team Bremen, L´Intesa Verda und Infamous Youth) mitgetragen wird, wird zunächst betont, wie froh die Gruppen sind, „dass Werder dieses so wichtige Spiel […] gewinnen konnte.“ Ebenfalls wird die „lautstarke und emotionale“ Stimmung der restlichen Werder-Fans gelobt. Es sei eine „innere Zerreißprobe“ gewesen, nicht voll mit einsteigen zu können.

Auch wenn es aus den eigenen Reihen Kritik hagelte und der Sinn des organisierten Supports von einigen wenigen Fans in Frage gestellt worden sei, hoffen die Ultras, dass die Stimmung als Zeichen für die Mannschaft „auf dem Rasen und für den Klassenerhalt“ galt. Auch in den letzten Spielen der Saison hoffen sie deshalb, dass die Unterstützung weiterhin so lautstark vonstatten geht. Bei Heimspielen sei die Stimmung nämlich „in der Regel mehr als ausbaufähig“ gewesen sein.“ Für das letzte Spiel gelte es, „die Frankfurter gemeinsam und stimmgewaltig aus Stadion und Liga [zu] fegen“, anstatt über „Support-Stilfragen“ zu philosophieren.

Der Verein und die Spieler kann die Fans also auf jeden Fall hinter sich wissen:

 

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Die komplette Stellungnahme im Wortlaut:

Moin Werderfans,

da die Diskussionen um den Boykott der Ultra-Gruppen und die Stimmung im Weserstadion auch nach dem Montagsspiel gegen den VfB Stuttgart nicht enden zu wollen scheinen, haben wir uns dazu entschieden, in den Diskurs ein letztes Mal einzusteigen und unsere Sicht der Dinge im Rückblick kurz darzustellen.

Zunächst möchten wir betonen, dass wir mehr als froh sind, dass Werder dieses so wichtige Spiel auf eindrucksvolle Art und Weise gewinnen konnte. Wie heftig geil war dieses Spiel denn bitte? Einfach unglaublich! Besonders gefreut hat es uns, dass das gesamte Weserstadion durch lautstarke und emotionale Unterstützung einen Beitrag dazu leisten konnte, dass ab der ersten Spielminute nur wenig Zweifel daran aufkamen, wer das Spielfeld nach Abpfiff als Sieger verlässt. Umso mehr schmerzte es uns, dass wir an diesem sportlichen sowie stimmungstechnisch ganz sicher denkwürdigen Ereignis nicht teilhaben konnten. Es war eine 90-minütige innere Zerreißprobe. Wir stehen jedoch nach wie vor zu unserer Entscheidung und ihren Konsequenzen, auch wenn es sicherlich für ausnahmslos alle von uns nicht leicht war, ein derart wichtiges Spiel unseres Vereins außerhalb des Stadions zu verfolgen.

Mit Bedauern stellten wir nun fest, dass manch eine*r dieses Spiel und diesen Abend zum Anlass nahm, den Sinn des organisierten Supports im Weserstadion in Frage zu stellen. Wir hoffen, dass derartige Einschätzungen die Ausnahme darstellen und den meisten Werderfans, die regelmäßig Spiele unseres Vereins im Stadion besuchen, bewusst ist, dass diese eindrucksvolle Stimmung auch dem Ablauf und den Begleitumständen des Spiels am Montag zu verdanken ist und (leider) keinesfalls die Regel darstellt. Wir sind uns sicher, dass diese Atmosphäre nicht als Reaktion auf unser Fernbleiben und als Zeichen gegen den organisierten Support zu verstehen ist, sondern in erster Linie als Zeichen für unsere Elf auf dem Rasen und für den Klassenerhalt. Wir hoffen daher, dass sich diese Bereitschaft zur Unterstützung, die sich am Montag, aber auch schon in den Spielen gegen Wolfsburg und in München gezeigt hat, genauso für die letzten Spiele der Saison und möglichst auch langfristig erhalten lässt, denn zugegebenermaßen war die Stimmung in dieser Saison vor allem bei Heimspielen in der Regel mehr als ausbaufähig. Es liegt an uns allen, das Weserstadion zukünftig wieder zu einer Festung werden zu lassen.

Zuletzt bleibt zu sagen, dass in den verbleibenden Wochen dieser Spielzeit nicht die Diskussionen um den Stil der Unterstützung oder um verschiedene Ausrichtungen des Fan-Seins das zentrale Thema sein dürfen, sondern einzig und allein unser gemeinsames Ziel: der Klassenerhalt. Also lasst uns im kommenden Spiel gegen die Eintracht nicht über Support-Stilfragen streiten, sondern die Frankfurter gemeinsam und stimmgewaltig aus Stadion und Liga fegen!

Alles geben – Niemals zweite Liga!

Infamous Youth
UltrA-Team Bremen
L´Intesa Verde
Caillera