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National

22-jähriger Bayern-Ultra nach blutigen Auseinandersetzungen verurteilt

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 09. September 2014
Quelle: imago

Das Amtsgericht München hat einen 22-jährigen Anhänger des FC Bayern wegen Landfriedensbruchs zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem darf er vier Jahre kein Fußballspiel besuchen und muss eine Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro an die Jugendabteilung des Erzfeinds 1860 München zahlen.

Dem verurteilten Bayern-Fan wurde von der Staatsanwaltschaft München zur Last gelegt, dass er an Schlägereien im Vorfeld des Spiels zwischen dem FC Bayern und dem 1.FC Nürnberg im April 2013 beteiligt gewesen sei.

Die Staatsanwaltschaft gab an, dass vor dem Spiel „bürgerkriegsähnliche Zustände“ vor der Allianz-Arena herrschten. 450 Club-Fans sollen sich an „einer Böschung an der A9“ mit 150 Bayern Ultras aus den Gruppen Schickeria und Inferno Bavaria eine blutige Schlägerei geliefert haben. Bei dem Polizeieinsatz, der die Situation schlichten sollten, wurden 16 Polizisten teils schwer verletzt.

Der 22-jährige Angeklagte erklärte dem Gericht, dass er aus reiner Schaulust am „Tatort“ gewesen sei. Er hätte ohnehin nicht ins Stadion gehen dürfen, da er bereits mit einem Stadionverbot belegt war. Zudem wurde wegen einer Messerstecherei gegen ihn ermittelt, deswegen habe er keinen Streit gesucht.

Als der Fan festgenommen wurde, konnte die Polizei bei ihm eine geringe Menge Kokain sowie Quarzhandschuhe sicherstellen, die üblicherweise dazu genutzt werden härtere Schläge austeilen zu können. Ein Punkt, der sicherlich nicht für seine Unschuld spricht.

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Verletzter Polizist identifiziert den Angeklagten

Ein Polizist, der beim Versuch die beiden Fanlager zu trennen zu Boden getreten und verletzt wurde, hat laut eigenen Angaben den Angeklagten erkannt. Er sei sich sicher, dass der Angeklagte Teil einer Gruppe von Bayern-Anhängern war, die ihn attackiert hat. 

Dennoch konnte die Beteiligung des Angeklagten an der Schlägerei nicht eindeutig nachgewiesen werden. Bei der Urteilsverkündung gab der vorsitzende Richter bekannt, dass nicht sicher sei, ob der Angeklagte auch zugeschlagen habe. Sollte er in diesem Fall nicht zugeschlagen haben, macht ihn dies aber nicht automatisch zu einem „Beobachter“, sondern eher zu einem Teil einer gewalttätigen „Zusammenrottung“.

 

st