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1. FC Nürnberg verurteilt Übergriff auf Journalisten

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 02. Oktober 2014
Quelle: imago

Beim Spiel des 1. FC Nürnberg gegen den 1. FC Kaiserslautern sollen Club-Fans einen Journalisten dazu gedrängt haben die Speicherkarte seiner Kamera herauszugeben. Der 1. Vorsitzende des Bayerischen Journalisten-Verbandes wandte sich daraufhin mit einem offenen Brief an den FCN. Auf seiner Webseite nahm der Club heute Stellung zu dem Brief und verurteilte das Geschehen.

Wie nordbayern.de berichtet, sollen einige Club-Fans einen der Mitarbeiter des Portals nach dem Spiel dazu gezwungen haben, ihnen die Speicherkarte seiner Kamera auszuhändigen. Vermutlich, weil sich darauf Bilder befanden, die die Fans lieber nicht in der Öffentlichkeit sehen wollten.

Nach dem Vorfall wandte sich Michael Busch, der erste Vorsitzende des Bayerischen Journalisten-Verbandes mit einem offenen Brief an den Verein. Darin forderte er  die „Vereinsführung, aber auch die Mitglieder und Anhänger auf, ein klares Zeichen gegen solche Entwicklungen zu setzen.“ Die Aufgabe der Presse sei es, unbefangen sowohl über die positiven Momente als auch die negativen Erlebnisse auf neben dem Platz zu berichten. Beim Heimspiel gegen Kaiserslautern war es zu Ausschreitungen zwischen Fans beider Lager und der Polizei gekommen.

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Auf seiner Webseite hat der 1. FC Nürnberg nun Stellung zu den Ereignissen bezogen. In einem Antwortschreiben bekunden Sportvorstand Martin Bader und Finanzvorstand Ralf Woy ihr Bedauern und verurteilen den Vorfall „auf das Schärfste.“ Die Verantwortlichen beteuern, die Aufklärung im Rahmen der Ermittlungen der Polizei mit den zur Verfügung stehenden Mitteln tatkräftig zu unterstützen.

Es sei nicht im Sinne des 1. FC Nürnberg, „dass ein Journalist im Umfeld des 1. FC Nürnberg an seiner Arbeit gehindert und darüber hinaus Opfer von Rechtsverstößen wird, wie sie die Androhung von Gewalt und das Abnehmen einer Bildspeicher-Karte sind.“ Auch im Fanbeirat soll der Vorfall thematisiert werden, „um auch auf dieser Ebene an der Aufarbeitung der Geschehnisse mitzuarbeiten. Ziel muss es sein, dass sich derartige Vorfälle nicht mehr wiederholen.“

Darüber hinaus weisen die Verantwortlichen des Clubs auf ein kürzlich erarbeitetes Selbstverständnis für die FCN-Fans hin, das die Anhänger zum Gewaltverzicht auffordert. In Fankreisen ist dieses Selbstverständnis jedoch umstritten, weil der Eindruck erweckt wurde, der Fanbeirat habe daran mitgearbeitet. Dem war aber nicht so.

fn