Anzeige

National

„Minderjährige Mädchen mussten T-Shirts ausziehen“

Autor: Johannes Holzapfel Veröffentlicht: 28. August 2014
Leipzig 22 08 2014 Red Bull Arena Fußball 2 Bundesliga 3 Spieltag RB Leipzig vs FC Erzgeb Quelle: imago

Die Ultras von Aue, Fialova Sbor, haben auf ihrer Website eine Stellungnahme der Fanszene Wismut Aue zu dem Spiel bei RB Leipzig veröffentlicht. Der Ordnungsdienst und der Verein aus Leipzig kommen dabei alles andere als gut weg.

Schon die Anreise zum Spiel verlief der Darstelung zufolge nicht reibungslos. Durch den Autokorso von Aue-Fans wurden – weil ein Stau entstand – drei Fahrer kontrolliert, da der Verdacht einer „Nötigung im Straßenverkehr“ vorlag. Die Beamten riefen angeblich bei RB Leipzig an um in Erfahrung zu bringen, „ob die Fahrzeugführer ins Stadion dürften oder nicht.“ – Anscheinend wurde ihnen der Einlass verwehrt.

Auch hinsichtlich der Ticketvergabe kritisieren die Anhänger aus Aue den Verein RB Leipzig. Nachdem 3.000 Gäste-Tickets abgesetzt waren, wurden die restlichen 1.400 Karten angefordert – verschickt wurden aber nur 500. Laut Stellungnahme waren die Karten verschwunden, ehe sie wenige Tage vor dem Spiel wieder auftauchten.

T-Shirts ausziehen, Hosen bis zu den Knien herunterlassen

Wie fanzeit berichtete, mussten die Auer Fans T-Shirts mit dem Aufdruck „Gegen RB“ ausziehen. Dies wird nun von den Ultras bestätigt. Sie werden sogar noch detaillierter in ihren Aussagen: „Zwei Minderjährige Mädchen sollten ihr Shirt vor männlichen Ordnern mitten im Eingangsbereich ausziehen und abgeben, immerhin kam noch weibliches Personal dazu. Dass die beiden jungen Damen lediglich einen BH anhatten, interessierte nicht.“ Auch männliche Gäste mussten beispielsweise Schuhe ausziehen „oder die Hose bis zu den Knien herunter lassen.“

Anzeige

Auch beim Verlassen des Stadions ging die Schikane offenbar weiter: Trotz Gepäcknummer, die man beim Einlass ins Stadion bekommen habe, falls man das „Gegen RB“-Shirt abgeben musste, bekamen wohl viele Anhänger ihre T-Shirts gar nicht oder in einer falschen Größe zurück. Die Ultras fordern „jeden Auer auf, bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige zu erstatten, wenn er beleidigt, genötigt, geschlagen wurde oder sein Eigentum abhanden gekommen ist.“

Keine Äußerung von RB

Auf fanzeit-Anfrage antwortete Ingo Hertzsch, Fanbeauftragter bei RB Leipzig, mit den Worten: „Wir geben aktuell keine öffentliche Stellungnahme ab, da wir derzeit noch alle Geschehnisse von unserem Spiel gegen Erzgebirge Aue auswerten und analysieren.“

Nachfolgend die Stellungnahme im Wortlaut:

Dieser Freitag in Leipzig hat einiges bei uns geändert. Probleme mit Tickets, dem Ordnungsdienst oder auch anderen Personen und Institutionen hatten wir schon zu Genüge, allerdings packte dieser Freitag im August noch ein paar Schippen drauf. Dieser kurze Bericht soll und wird erst der Anfang sein. FC Erzgebirge Aue hat von RB Leipzig eine Stellungnahme angefordert. Die Fanszene von Wismut Aue, im Speziellen die Erzbrigade, wird hierauf noch detaillierter reagieren, da das komplette Ausmaß noch nicht abzusehen ist. Wir wollen hier nicht werten, bitte denkt selbst darüber nach, ob es der Fußball ist, den wir wollen. Anreise: Durch den Autokorso auf der Hinfahrt, wurde ein kleinerer Stau verursacht. Dadurch wurden drei Fahrzeugführer, samt Mitfahrer kontrolliert. Verdacht: Nötigung im Straßenverkehr, weil zu langsam gefahren wurde. Letztlich riefen die Beamten bei RB Leipzig an und wollten wissen, ob die Fahrzeugführer ins Stadion dürften oder nicht. Die Antwort dürfte klar sein. Tickets: Aue rief anfänglich 3000 Karten ab, als diese verkauft waren, wollte man die restlichen 1400 Karten abrufen. Allerdings wurden lediglich 500 geschickt, der Rest war “verschwunden” um wenige Tage vor dem Spiel wieder aufzutauchen. Letztlich hatten sich genügend Auer schon mit Tickets im Heimbereich eingedeckt, so dass im Unterrang größere Lücken klafften. Einlasskontrollen / “Gegen RB Shirts”: Das “Beste” zum Schluss. Die Gästefans wurden extrem hart kontrolliert, mitunter wurden Gäste beleidigt und z.T. körperlich bedrängt. Jacken mussten geöffnet werden und unter Kleidungsstücken wurde geschaut, ob sich ein weißes Shirt sehen lässt. Wenn das der Fall war, musste dieses Shirt ausgezogen und abgegeben werden, ansonsten wurde der Einlass verwehrt. Das Ende des Eisberges: Zwei Minderjährige Mädchen sollten ihr Shirt vor männlichen Ordnern mitten im Eingangsbereich ausziehen und abgeben, immerhin kam noch weibliches Personal dazu. Das die beiden jungen Damen lediglich einen BH anhatten interessierte nicht. Andere Gäste mussten ihre Schuhe ausziehen oder die Hose bis zu den Knien herunter lassen. Wer dieses Vorgehen dokumentieren wollte, wurde “freundlich” weg gebeten. Wer sein Shirt abgegeben hatte, bekam eine Nummer auf seine Eintrittskarte. Nach Spielende bekamen viele Auer falsche Größen wieder, wenn sie Glück hatten, ansonsten wurde behauptet, man habe nie etwas abgegeben, trotz Gepäcknummer auf der Eintrittskarte. Das es sich hierbei um Diebstahl handelt, scheint im RB Kosmos noch nicht angekommen zu sein. Wir fordern deshalb jeden Auer auf, bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige zu erstatten, wenn er beleidigt, genötigt, geschlagen wurde oder sein Eigentum abhanden gekommen ist!

 

jh

13 Responses to “„Minderjährige Mädchen mussten T-Shirts ausziehen“”

  1. Bernt sagt:

    Auch für Fans aus Aue gilt die StVO!!!

  2. KaiPeter sagt:

    Interessant dann hätte den 100 oder 1000 Fans, die die Jahnallee bei Rot überquerten eigentlich auch der Einlass verwehrt werden müssen. Aber das hat die Cops reichlich wenig interessiert.

  3. rmmdoll sagt:

    Sind das dieselben Leute, die im Stadion lautstark „Bullenschweine“ und andere Unflätigkeiten skandiert haben? Und das vor hunderten oder tausenden Minderjährigen…

    Da ziehen Leute in Gruppen los um in einer anderen Stadt lautstark zu provozieren und dann sind sie immer verwundert, dass eine entsprechend schroffe Reaktion von der anderen Seite kommt.
    Ich geh seit über 30 Jahren in verschiedenste Stadien. Mir ist noch nie irgendwo ein Ordner blöd gekommen, noch hatte ich je das kleinste Problem mit der Polizei.
    Vielleicht würde es helfen wenn man die Feindbilder ablegen würde und sich stattdessen auf die Unterstützung des eigenen Teams und um den Sport auf den Rasen kümmern würde…

  4. Rattenballhasser sagt:

    RB macht unseren Fussball kaputt !!!! Weg mit diesem Dreck !!!!

    Man sollte das gleiche mit den Rattenballfans abziehen, bei JEDEM Auswärtsspiel !!!

  5. Michl sagt:

    „Da ziehen Leute in Gruppen los um in einer anderen Stadt lautstark zu provozieren…“ (Sic.)

    Herrlich…. :-)) Ja du Dosenhalter, soll schon vorgekommen sein bei Fußballspielen! Wie hätten’s denn gern, die Leipziger Event-Fans?

    Piep, piep, piep, wir ham uns alle leib…. ?!

  6. hallenser sagt:

    Auch bei rb sollte man nicht so tun, als würde man sich im rechtsfreien Raum bewegen. Wir hatten bei unserem Spiel dort auch regulär Eintrittskarten für den Heimbereich erworben (Gästebereich war ausverkauft), mussten uns aber noch pseudointellektuelle Kommentare eher „einfach gestrickter“ Ordner anhören.
    Die werden sich dort noch wundern. Man sollte sie mit Prozessen eindecken, wenn sie dort in der Heldenstadt ihr eigenes Rechtsempfinden haben.

  7. Mitleser sagt:

    Irgendwie wiederspricht sich das alles aber mit den Bildern vom Spiel wo eindeutig Fans mit den Anti rb-shirts im Stadion sind. Vielleicht sollte man auch mal nachrecherchieren warum die drei Fahrer wirklich das Stadionverbot bekommen haben. Die Nötigung alleine war es nämlich nicht. Der gleiche Grund hatte dann auch die verschärften Kontrollen aller anderen Besucher zum Anlaß.

  8. Molle1895 sagt:

    @mmdoll
    … mir als jemanden – der ,seit Jahren, mit seiner Tochter zum Fussball geht – hat es noch NIE gestört, das gegnerische Fans Ihre Schlachtrufe „darbieten“.
    Sollte es doch irgendwann dazu kommen, das meine Tochter Ihr Oberteil in der Öffentlichkeit ausziehen muß, wird mich das ganz sicher STÖREN.
    Mein 1. Schritt wird dann, der zum Anwalt sein und der 2. Schritt wird der zum Gericht sein. Diese Person, die das dort vor Ort verlangte, wird von mir erstmal angezeigt.
    Wegen BELÄSTIGUNG, IN EINHEIT MIT SEXUELLER BELÄSTIGUNG, VON MINDERJÄHRIGEN:
    Egal was das Mädel anhatte, solange es nicht gegen Dt. Rechtslinien verstößt, ist es ein UNDING, was die in Leipzig meinen machen zu dürfen,

    Volle Zustimmung zum Kommentar vom @hallenser

  9. Molle1895 sagt:

    … meine natürlich „… in Einheit mit Sexueller NÖTIGUNG …“ …

  10. Molle1895 sagt:

    ghjk

  11. Mitleser sagt:

    Irgendwie wiederspricht sich das alles aber mit den Bildern vom Spiel wo eindeutig Fans mit den Anti rb-shirts im Stadion sind. Vielleicht sollte man auch mal nachrecherchieren warum die drei Fahrer wirklich das Stadionverbot bekommen haben. Die Nötigung alleine war es nämlich nicht. Der gleiche Grund hatte dann auch die verschärften Kontrollen aller anderen Besucher zum Anlaß.
    Übrigens gibt es bisher auch keine einzige Anzeige bei der Polizei in der Angelegenheit.

  12. Matthias sagt:

    Man will in Leipzig halt auf Nummer Sicher gehen:
    https://www.youtube.com/watch?v=cap62V-x7bU

  13. RBFan sagt:

    1. Laut LVZ Zeitung wurde ein kilometerlanger Stau auf der Autobahn erzeugt. Macht ja nichts, wollte man Tote provozieren?
    Kein Bild, keine Anzeige? Ultrablöd, wenn man Märchen erzählt.

Schreibe einen Kommentar