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National

„Menschen auszuschließen, ist für mich nicht der richtige Weg.“

Autor: Nicolas Breßler Veröffentlicht: 16. März 2015
imago11406237h Quelle: imago

Der renommierte Fanforscher Jonas Gabler hat sich im Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger zu den DFB-Strafen gegen den 1.FC Köln geäußert und diese kritisiert. Er befürchtet als Reaktion auf die Strafen eine weitere Radikalisierung der Ultras und appelliert daran, den zaghaften Dialog nicht abzubrechen.

Als „zweifelhaft und wenig zielführend“ bezeichnete Gabler die verhängten Strafen, wie etwa den Ausschluss einiger Fans für drei Heimspiele sowie Auflagen für Tickets und Fahnen bei Auswärtsspielen. Mit diesem Urteil würde das Problem verlagert, aber nicht gelöst: „Wir haben ja schon beim Spiel gegen Frankfurt einen Vorgeschmack bekommen. Fans prügeln sich mitten in der Kölner Innenstadt. Aber das fällt eben in den Zuständigkeitsbereich der Polizei und nicht des Verbandes.“ Ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotential würde erzeugt, da der FC Köln in den nächsten Heimspielen gegen den FC Schalke 04 und Bayer Leverkusen antreten wird. Diese Spielen seien als Hochsicherheitsspiele sowieso schon unter besonderer Beobachtung.

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Das DFB-Urteil sei für ihn zudem ein symbolisches Urteil, das die Spaltung zwischen Ultras und Verband weiter vorantreibt: „Der DFB wird nun verstärkt als Feind wahrgenommen, weil er pauschal Fans kriminalisiert, die unschuldig sind. Auch der Verein, der das Urteil umzusetzen hat, wird dann kritisiert.“ Gabler schlägt als möglichen Lösungsweg vor, die Strafgelder künftig in eine Reform der DFB-Strafgerichtsbarkeit zu investieren.

Die Ultras seien von immenser Bedeutung für die Stimmung in den Stadien. Trotzdem müssen Vereine und Verband konsequent handeln, wenn Einzelpersonen die Grenzen des Rechts überschreiten. Aber laut Gabler eben nur gegen die, die einen Regelverstoß begangen haben und nicht durch ganze Gruppe betreffende Kollektivstrafen.

 

 

One Response to “„Menschen auszuschließen, ist für mich nicht der richtige Weg.“”

  1. achtzehnachtenvierzich sagt:

    Ganz simpel, wenn man was positiv beeinflussen will muß man MIT den Leuten arbeiten. Beinhaltet natürlich das böse, teure und personalintensive Wort „arbeiten“.

    Sind Lippenbekenntnisse und Stadionverbote deutlich preiswerter.

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