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„Homos gehen uns am Arsch vorbei!“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 14. Mai 2014
Samstag 26 04 2014 Saison 2013 2014 1 Bundesliga 32 Spieltag in der Leverkusener Bay Arena Bay Quelle: imago

Das Spruchband der Ultras Leverkusen beim Heimspiel gegen Werder Bremen am vergangenen Samstag hat nicht nur Ermittlungen des DFB nach sich gezogen, die Urheber haben vom eigenen Verein und im Netz viel Gegenwind erfahren. Nun meldet sich die Gruppe mit einer Stellungnahme zu Wort, die die umstrittene Aufschrift: „Vereinsfarben uninteressant, Hauptsache die Homofahne in der Hand“ als sarkastischen Beitrag relativiert. Gleichzeitig werfen sie der Bremer Ultras-Szene eine „politische Profilneurose“ vor.

Ihnen sei die provokante Formulierung zwar bewusst gewesen, „in welchem Ausmaß aber viele Unwissende ohne weitere Reflexion hier versuchen, einen homphoben Strick aus der Sache zu drehen, ist schon abenteuerlich.“ Man wolle sich zwar nicht rechtfertigen, zumal gerade Szenekenner den Spruch ohnehin größtenteils verstanden hätten. Zumindest erklären wollen sich die UL dann aber doch: „Kritisch“ und „mit einer Prise Sarkasmus“ habe man die Entwicklungen in der Bremer Ultra-Szene aufgreifen wollen, die „die Fußballbühne nur noch für Dinge nutzt, die mit eben jener vom Grundsatz her gar nichts zu tun haben.“

 

 

Ferner müsse man wissen, „dass die Bremer Antifaschisten-Szene in der Vergangenheit immer wieder auf unterstem Niveau gegen uns alle Bayer-04-Fans geschossen hat und uns allen unterstellt, das ‚antisemitische Erbe der Farbenfabriken‘ weiterzutragen, weil wir einen Verein unterstützen, der aus einer Firma emporstieg, die an Naziverbrechen beteiligt gewesen sein soll.“

Auch der DFB, der wegen des Spruchbands gegen den Bundesligisten ermittelt, bekommt sein Fett weg: Das Verhalten des Verbands sei schlicht „heuchlerisch“. Der DFB ermittle nun „de facto gegen ein Spruchband, welches sich gegen zuviel politische Profilneurose im Stadion richtet, während man selber einen Anti-Faschismus-Spruch abdecken lässt, weil man politisch neutral sein will? Hä? Mehr Widerspruch geht ja schon gar nicht mehr.“

HeterosexUL

Um schließlich auf das Drängen von vielen Seiten hin ein Zeichen für Toleranz zu setzen, schreiben die Ultras Leverkusen schließlich im letzten Absatz ihrer Stellungnahme: „Homos gehen uns am Arsch vorbei!“ Nicht allerdings ohne das zu erläutern. „Wow, das ist harter Tobak, würde man nun ohne die heute gelernte Lektion vermuten. Doch vielleicht steckt ja etwas ganz anderes dahinter. Im Grunde genommen ist dieser Satz nämlich sogar dreideutig. Einige würden denken, es ist wieder etwas Homophobes. Doch könnte es nicht auch einfach heißen: ‚Warum muss man diese Thematik immer wieder künstlich pushen? Lasst doch jeden so leben, wie er es für richtig hält, ohne dass man es in der Öffentlichkeit immer wieder penetrant servieren muss und somit genau das Gegenteil bewirkt.'“

Ein klares Statement für Toleranz und gegen Homophobie? Nun ja. Eher ähnlich dumpf wie die das zweite Spruchband, das den eigentlichen Stein des Anstoßes illustrierte. Darauf zu lesen: HeterosexUL, keinesfalls zufällig mit Initialen der Ultras Leverkusen. Um zu klären, in wie weit das nun Sarkasmus, Humor oder sexuelle Profilneurose ist, bedarf es wohl mehr als eines weiteren Statements.

One Response to “„Homos gehen uns am Arsch vorbei!“”

  1. Bengo sagt:

    Da haben die Engstirnigen mal wieder verkackt. 😀

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