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1. FC Köln wirft „Boyz“ raus!

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 16. Februar 2015
Fans des 1 FC Koeln beim Abbrennen von Bengalische Feuer Pyrotechnik Borussia Moenchengladbach vs Quelle: imago

Der 1. FC Köln hat nicht lange gefackelt. Als Reaktion auf die Ausschreitungen am Rande des Rheinderbys in Mönchengladbach prüft der Klub, noch in dieser Woche allen Mitgliedern der Ultra-Gruppe „Boyz“ ihre Dauerkarten zu kündige, ein kollektives lokales Stadionverbot auszusprechen und Vereinsmitglieder der Gruppe aus dem Verein auszuschließen. Mit sofortiger Wirkung entzieht  der „Effzeh“ den „Boyz“ den Status als Fanclub und wirft die Gruppe aus der AG Fankultur.

Die Gruppe habe sich bereits zum wiederholten Mal vereinsschädigend verhalten. Führende Mitglieder seien sowohl am Zünden von Pyrotechnik als auch am Platzsturm beteiligt gewesen. Damit handele man im Sinne der überwältigenden Mehrheit der Mitglieder und Fans.

 

 

Nachfolgend die Erklärung des 1. FC Köln im Wortlaut:

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Der 1. FC Köln entzieht den so genannten Boyz mit sofortiger Wirkung den Status eines Fanclubs und schließt die Gruppe aus der AG Fankultur aus. Für alle dem FC bekannten Mitglieder der etwa 40 Personen umfassenden Gruppe prüft der FC zudem in seinen dafür zuständigen Gremien noch in dieser Woche, also vor dem Heimspiel gegen Hannover 96 am Samstag, ein lokales, unbefristetes Stadionverbot, sämtliche Dauerkarten von Boyz-Mitgliedern für Heim- und Auswärtsspiele zu kündigen und alle FC-Mitglieder, die den Boyz angehören, aus dem 1. Fußball-Club Köln 01/07 e.V. auszuschließen.

Boyz verhalten sich vorsätzlich vereinsschädigend

Der FC begründet diese drastischen Maßnahmen mit dem wiederholten vorsätzlich vereinsschädigenden Verhalten aus den Reihen der Boyz. Führende Mitglieder der Gruppierung waren beim Derby in Mönchengladbach sowohl am massiven, erkennbar verabredeten Einsatz von illegaler Pyrotechnik als auch am Platzsturm nach Spielende beteiligt.

Darüber hinaus wird der 1. FC Köln Verursacher der Vorfälle, die ermittelt werden können, ebenfalls mit Stadionverboten und allen weiteren Sanktionen belegen, die dem FC als Fußball-Club möglich sind. Wie in der Vergangenheit bereits mehrfach geschehen, gehört dazu explizit auch, die Täter für etwaige Verbandsstrafen des DFB und andere durch die Vorfälle verursachten Folgekosten in Regress zu nehmen. Diese Maßnahmen gelten für jeden ermittelten Täter, unabhängig von der Zugehörigkeit oder Nicht-Zugehörigkeit zu einer Gruppe der organisierten Fanszene.

Der 1. FC Köln steht für eine bunte, lebendige Fankultur und nimmt seine Fans vor unberechtigten Vorwürfen und pauschalen Verdächtigungen jederzeit in Schutz. Der Club hat in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit Fans, Polizei und Politik eine spürbare Deeskalation erreicht, zu der die Arbeit in der AG Fankultur wesentlich beiträgt. Diese Zusammenarbeit der Netzwerkpartner ist alternativlos und wir werden sie fortsetzen.

Kein Platz für Straftäter

Doch für diejenigen, die diese Arbeit durch kriminelle Handlungen gefährden, gab und gibt es beim FC keinen Platz. Fans und ihre Gruppen tragen eine Verantwortung für den Club. Wer dieser Verantwortung nicht gerecht werden will oder kann, ist nicht erwünscht. Mit Straftätern sitzen wir nicht an einem Tisch. Nach dieser klaren Maxime hat der 1. FC Köln stets Grenzen des Dialogs und der Toleranz in der Fanarbeit gezogen.

Der 1. FC Köln handelt im Sinne der überwältigenden Mehrheit seiner Mitglieder und Fans. Daran besteht anhand der eindeutigen Reaktionen auf die erschütternden Vorfälle im Derby sowie aus zahlreichen Gesprächen mit Mitgliedern und Fans keinerlei Zweifel. Auch Gruppen und Mitglieder der aktiven Fanszene werden sich die Frage stellen müssen, ob ihre Solidarität und ihr Verantwortungsgefühl wirklich dem 1. FC Köln und dessen Team gelten. Abseits der Werte des Vereins stellt sich jeder, der sich stattdessen aus reinem Selbstzweck einer Fankultur verpflichtet fühlt, in der einzelne Gruppierungen und Personen wichtiger sind als der gesamte Club, in der aus diesem Selbstverständnis heraus Straftaten begangen werden und in der Hass auf andere Vereine und deren Anhänger bedeutsamer sind als die Liebe zum eigenen Verein. Wer so handelt und daraus nicht von sich aus die Konsequenzen zieht, den werden wir, wo immer das möglich ist, aus dem Umfeld des 1. FC Köln herausdrängen.

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